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lection aus heiliger Schrift. Hier im Evangelium Luca stehen wir, im fünfzehenten Kapitel, am eilften Verse." Und Dorothe nahm die Bibel aus seiner Hand und las, wie ein gläubiger Christ die Schrift liest, voll Salbung und Andacht das Gleichniß vom verlorenen Sohne.
Bis dahin hatte der Fremde mit gefaltenen Händen und mit gesenktem Blicke dagesessen, nun aber, wie Dorothe las, ward er unruhig und seine Unruhe wuchs mit jeder Minute, und wie Dorothe an die Worte kam: „Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen, und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt in den Himmel und vor Dir," — da seufzte der Fremde zum Herzbrechen, und große^ dicke Thränen stürzten aus seinen Augen und er rief laut: „Mein Vater, mein Vater!" Dann ward er Plötzlich wieder stille, sprach auch kein Wort mehr, als: „Gute Nacht!" und ließ sich von seinem Gastwirth in sein Schlafgemach geleiten.
Die Nacht ging ohne Störung vorüber. Mit Gebet für das Heil des Fremden, der unter ihr Dach getreten war, waren Justus und sein Weib eingeschlafen; „denn er bedarf unseres Gebetes gewiß," hatte der Schulmeister gesagt, „trügt mich der Augenschein nicht gänzlich, so beherbergen wir einen verlorenen Sohn; möge er nur bald heimkehren zu seines Vaters Haus."
Wie der Schulmeister am andern Morgen in des Fremden Schlafstube kam, da fand er diesen am Fenster stehen, den Kopf wider die Scheiben gelehnt und hinausschauen in den Morgen, der, einen schönen Märztag verkündend, über die Thäler Heraufstieg. Der Fremde war noch blässer, denn am Abend; und jetzt bei Hellem Tage sähe man erst recht, warum er Bedenken getragen, in %

