14 «
nachstellte, und die Amsel Reiser trug zum Nest, und ihren lauten Schlag durch die Wälder schallen ließ. Es war ein schöner Märztag, und die Sonnenstrahlen fielen so warm durch die kahlen Zweige der Bäume auf die Wandrer, daß der Schulmeister seinem Dankgefühl Worte gab und zu seinem Gefährten sagte: „Ein solcher Tag lohnt doch für viele trübe Winterstunden. Aber so ist's auch im Reiche Gottes; unsere Trübsal, die zeitlich und leicht ist, schaffet eine ewige Herrlichkeit."
„So muß es wohl seyn," sprach der Fremde, „denn die Schrift sagt's, und mag für die ein großer Trost in dem Sprüchlein liegen, die gleich Hiob sagen können: „Mein Gewissen beißt mich nicht meines ganzen Lebens halber." Aber wie steht es mit Denen, die ihr Leid selbst verschuldet haben; die von Gott sich losgesagt und ihre eignen Wege gegangen sind; wird denen auch die Last abgenommen, und haben die den Trost, daß ihr Leid sie zum Heil führe? " „O gewiß," sagte der Schulmeister, „wenn sie nur ihre bösen Wege lassen und die Stimme Gottes nicht überhören, die in den Folgen ihrer Sünden zu ihnen spricht und sie zur Buße rufet. „Denn so wahr ich lebe, spricht der Herr, ich habe keinen Gefallen am Tode des Gottlosen, sondern daß er sich bekehre und lebe." Denn bei ihm ist viel Vergebung. „Ich glaube das," sagte der Fremde, „ja seit der letzten Nacht, die ich durchwacht, glaub' ich'ö sogar von Herzen, und verstehe jetzt, was ich früher nie verstehen konnte: „wie Gott nicht will, daß Jemand verloren gehe, sondern daß sich Jedermann zur Buße bekehre." Aber wie ist es mit den Menschen, nehmen die auch die Sünder so freundlich wieder auf,

