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bald traurig. Heute gibt er uns und morgen nimmt er uns. Aber ob er gibt, oder nimmt, so thut er uns allezeit wohl. Wer nur recht fest an ihn glaubt und ihm fein stille halt, dem kommt auch nach jedem Winter der Frühling wieder, und er vergißt der gehabten Sorge um seiner Freundlichkeit willen. Es ist mir und dem Vater nicht allezeit wohl gegangen, und kann auch wie­der eine Zeit kommen, wo uns das Leben sauer wird; aber wir verlassen uns auf den lieben Gott, das thu' du auch, Heinrich und vergiß nicht dein Sprüchlein:

Kindelein, bete fein,

Wird dir Gott gnädig fcyn!"

Und Heinrich 'sah ernst in seiner Mutter Augen, die voll Thränen standen, gleich als verstünde er, was sie sagte. Und wohl verstand er, was sie sagte; denn Mutterthränen sind zart geschliffene Gläschen, durch die das Kindesaug' die Schrift der Liebe im Mutterherzen lesen kann; und ein Brücklein ist gebaut zwischen Mutter- und Kindesherz, darauf führt der Herr die guten Engel herüber und hinüber.

Mittlerweile war der Vater draußen gewesen im Hausgärtchen, um sich an seinen Bienen zu erfreuen, die auch der Frühlingstag zu neuem Leben gerufen hatte, und die in dicken Trauben an beu Fluglöchern hingen. Jetzt trat er herein, und in seiner Begleitung war der Fremde von neulich, der ein Obdach im Hause des Schulmeisters gefunden, und versprochen hatte, bald wieder zu kommen. Eine große Veränderung war seit­dem mit ihm vorgegangen. Statt der schmutzigen, zer­rissenen Kleidung, die ihn damals bedeckte, war er jetzt sehr anständig angethan, aber die schwarze Farbe seiner Kleidung, und ein schwermüthiger Zug in seinem An-