tiefsinnig und dunkel ist. Cs ist dir gelungen, sein Vertrauen dir zu erwerben, und du bittest, der selt­same Mann möge dich in seine Weisheit einschauen lassen. Da geht ein feines Lächeln über sein Angesicht; da sieht er dich mit sonderbaren Augen an und spricht: Wohlan, es sey; aber junger Mann bedenke, der Stein liegt tief, und es gehört viel Ausdauer dazu, ihn zu heben. Hier nimm zuerst dieß Buch und lies es mit Bedacht und unter viel Beten und Ringen und sey nüchtern und wachsam, denn die Weisheit von oben ist am ersten keusch. Du nimmst das Buch, es ist von Jakob Böhm und führt den seltsamen Titel:Aurora oder die Morgenröthe im Aufgange." Du liesest in dem Buche und bringst es mit der Versicherung wieder, du könnest es nicht verstehen. Wieder lächelt daS Männlein fein und gibt dir ein zweites, das heißt: Theologia mystica, oder geheime und verborgene Lehre von den ewigen Nnsichtbarlichkeiteu." Fängt eS nun ein wenig an in dir zu dämmern, wo es eigent­lich mit dieser verborgenen Weisheit hinaus will, und du wirfst da und dort ein Wörtlein in's Gespräch hin­ein; so nimmt dich dein Lehrer auch wohl einmal in seine Werkstätte mit. Die ist von Rauch geschwärzt und mit Staub bedeckt. Auf zerbrochenen Bänken stehen Gläschen mit Flüssigkeiten von verschiedenen Farben, und auf einem kleinen Heerde siehst du eiserne Tiegel zum Schmelzen der Metalle. Du fragst nach dem Zweck von diesem und jenem, aber du hörst wenig, und was du hörst, verstehst du nicht, und bekommst immer nur den Rath:Gemach, junger Freund; lernet erst in euch selber graben nach dem Stein, dann wird euch ein Wunder nach dem andern aufgeschlossen werden."