gehen können, nirgends wollte sich auch nur das Noth- dürftigste zurücklegen lassen. Viele in und um Gießen, an die sich der bekümmerte Vater wandte, vertrösteten ihn von einer Zeit zur andern; und nicht Wenige wiesen ihn ganz ab mit dem Bemerken, er sollte den Jungen zu einem Handwerker in die Lehre thun; man brauche auch kluge Leute in diesem Stande.

Dazu hatte der Gerst wieder Unkraut genug aus- geftreut, und ließ nicht ab, den Justus und sein ganzes Haus zu verdächtigen. Auch waren die alten Haus­freunde fast sämmtlich gestorben, oder in die Ferne ge­zogen, und ihre Stelle war nicht wieder ersetzt worden. Denn so Viele ihrer aus- und eingingen auf den Veits­berg, sie hatten wohl schöne Worte auf der Zunge, aber keine rechte Liebe im Herzen. Der alte Zacharias Storch von Bolenbach, der Simon Kleinfelder, der gute treue Jäger, die Freunde, die immer Rath und Trost gehabt hatten, sie waren in die Ewigkeit eingegangen. Und ihnen war auch die alte Lindin gefolgt. Ihr starkes, großes Christenherz war im Tode gebrochen, nach dem sie sich schon lange gesehnt hatte.Ich habe Lust, aber zu scheiden und bei Christo zu seyn," das war ihr letztes Wort. Auch der Corporal Scheuermann war nicht mehr in Gießen, sondern hatte anderwärts seinen Dienst. Der Benjamin Laupus aber war in ein frem­des Land gereist, weil ihm in der Heimath sein frühe­res Leben nicht verziehen ward.

Warum der liebe Gott wohl so viele Freundesgräber um ünS aufhäuft, ehe er das unsere uns bereiten läßt? Ich glaube, daß uns von diesen Hügeln herab die Lust und Herrlichkeit dieser Welt immer kleiner, da­gegen desto näher der Sonnenaufgang aus der Heimath er-