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es denkt mir schon lange, und vor allem an das Sprüchlein denk' ich: „Herr, lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden." Als sie die alte Lindin heraustrugen, da könnt' ich nichts bedenken, als dieses: „Meine Seele müsse sterben des Todes der Gerechten, und mein Ende werde wie dieser Ende." — Du weinst, mein Töchterlein? Nun weine immerhin, solch' Thränen sind köstliche Perlen auf ihrem Grab. Hast du sie gekannt wie ich, und ihre Liebe erfahren, wie ich und die Meinen, dann weißt du, daß der alte Kramer die Wahrheit sagt.— Doch komm' mit; meine Arbeit ist für jetzt hier gethan, und ich muß den Kirchhof schließen. Willst du zur Stadt, so gehen wir ein Weilchen mit einander, und reden noch ein Wörtlein von der alten Lindin."
Das thaten sie denn, und bis sie zum Thore der Stadt kamen, wußte auch der alte Kramer den Kummer im Hause des Schulmeisters, und versprach dem Mädchen seine Hülfe. Er führte sie zu Diesem und Jenem, von dem er sich eine Hülfe für den Schulmeister versprach; und ehe Mittag ward, konnte Selma schon mit einem Schreiben nach Grünberg aufbrechen, in welchem dem Amtmann bedeutet ward, den Gefangenen bis auf weiteren Befehl frei zu geben. — Aber der alte Kramer hatte sie auch zu dem Rath Gerft geführt, und dieser, der mit der Untersuchung nichts zu thun hatte, und wahrscheinlich auch sobald nichts von ihr erfahren hätte, gab die schönsten Vertröstungen mit dem Munde, im Herzen aber erwog er böse Tücke.
Was in aller Welt scheint einfacher, als die Untersuchungssache gegen den Kalendermann! rufst du wohl aus, lieber Leser. Aber bedenke, unsere Geschichte spielt

