vor etwa 100 Jahren und das Rechtsverfahren war damals nicht so geregelt, denn heut zu Tage, und das sogenannte Menschliche hatte oft einen solchen Einfluß, auf die Richter, daß noch viel einfachere Sachen ver­wickelt, und noch viel Unschuldigere, denn unser Justus, für Schuldige gehalten wurden. Denn was gegen ihn sprach, das war die Meinung Vieler, die hinter dem Namen Kalendermann etwas Absonderliches suchten; und dann war er mit den Schatzgräbern gegriffen wor­den , und diese legten manch falsch Zeugniß gegen ihn ab. Man verfuhr mit großer Strenge gegen die ganze Bande, unter welcher viele Ausländer sich befanden; die aber aus der nächsten Nähe, auf welche es haupt­sächlich abgesehen war, der Schreinerkaspar und der Herr Fleischhauer, waren entflohen.

Unser Justus war nun zwar frei, aber fast jeden Tag ward er zum Verhör vorgeladen, und der Amt­mann that nichts, um ihm diese sauren Wege zu er­leichtern, und ging ihn oft so hart und grausam an, daß er oft fast die Geduld in diesen ungerechten Ver­hören verlor. Ueber sein ganzes früheres Leben wur­den ihm Fragen vorgelegt, manche so verfänglich, daß man offenbar sah, es sey auf seinen Fall abgesehen. Niemand kannte sein früheres Leben nach allen seinen Einzelheiten, als der Gerst, nur von ihm konnten die Aufhetzungen herrühren. Aus zuverlässiger Quelle er­fuhr sogar der gequälte Mann, daß der Gerst mehrere Reisen nach Grünberg unternommen habe, um den Amtmann völlig zum ungerechten Urtheil zu stimmen.

Da war denn Trauer im Hause des Schulmeisters, aber doch eine andere, als sie in solchem Falle in den Häusern Vieler zu seyn pflegt. Sein Glaube glich