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das eheliche Kind seines jungen Herrn, eines van der Bruck, ausgab, und bat meine Aeltern, sich des Mägd­leins anzunehmen, bis die Aeltern es wieder holen wür­den. Und das Kind hieß Selma. Meine Aeltern nahmen es auf, und mein Onkel versprach bald zu schreiben. Aber alle Nachricht blieb von ihm und den Aeltern des Kindes aus; und obgleich mein Vater wie­derholt hierher schrieb, so haben wir doch nichts wieder gehört. Sagt, könnt ihr mir Aufschluß geben über diese Sache, und ist Selma's Vater ein Sohn unseres Herrn?"

Auf dem Angesicht des Alten hatten bei dieser Rede Blässe und Röthe schnell gewechselt; er war auf­gestanden, und hatte dem Jüngling starr und schweigend in's Angesicht gesehen. Dann ging er zur Thüre, sah sich ängstlich draußen um, verschloß sie dann vorsichtig, trat wieder vor Heinrich hin und fragte in leisem Tone:

Also lebt das Kind noch, und ist ein Mägdlein und ist daheim bei euch?"

Es ist mit uns auferzogen worden," gab Heinrich zur Antwort,und Vater und Mutter haben keinen Unterschied unter uns gemacht; Selma ist wie das Kind vom Hause gewesen, und hat erst am Tage ihrer Confirmation erfahren, daß sie aus der Fremde zu uns gebracht worden sey."

Dann ist es Zeit," sprach vor sich hin der Alte; nun darf nicht mehr geschwiegen werden. Wisset, ich wollte das Schicksal des Hauses, dem ich diene, vor euch, einem Neuling, verbergen, aber ich kann nicht mehr. Euch sendet der liebe Gott zur Rettung mehrerer Menschen. Seht, es ist ein böses heimliches Schicksal, das auf diesem Hause ruht; fast möcht' ich sagen, ein