dem ersten Schiff ein Reisender nach Batavia ab. Zn Heinrichs äußeren Verhältnissen aber änderte stch nichts.

Das war der Inhalt von Heinrichs Brief; darf man sich wundern, wenn er auf alle Hausgenossen einen tiefen Eindruck machte! Schweigend saßen die Männer da, und Selma lehnte still-weinend den Kopf an Dorothe's Schulter.Weine nicht, Selma," sprach selbst tief ergriffen Dorothe,was ich längst gehofft und doch gefürchtet, und wonach du dich still gesehnt hast, trotz deiner Liebe zu uns, das wird nun bald ge­schehen. Du wirst bald von uns genommen werden; du wirst aus der Hütte der Armuth in das Haus des Reichthums übergehen; aber laß uns nicht vergessen, daß es Gottes Wille also ist, und in Demuth seine Weisheit bewundern. Denk an das Glück von Vater und Mutter, die sechözehn Jahre lang um dich getrauert haben, und die dich nun wiederfinden sollen. Vertrauend gaben sie dich einst in unsere Hände, voll Stolz und Freude geben wir dich ihnen zurück, und können getrost sagen, wir haben mit des Herrn Hülfe dein Herz dem lieben Gott treu erhalten. Und nun, mein Töchterchen, du Kind unserer Seele, geh' schlafen, deine Augen sind schwer vom Weinen; danke Gott, ehe du schläfst und der treue Wächter deiner Jugend gebe dir schöne Träume von Vater und Mutter und der neuen fernen Heimath."

Und wie der Schulmeister den Hausfreund vor die Thüre begleitet, da sah er seufzend auf zu den Sternen, die schimmernd vom Herbsthimmel herniederglänzten, und vor sich hin sprach er:Wie ist doch Alles ganz eitel, was unter der Sonnen geschiehet, stark ist nur deine Hand, Herr, und hoch ist deine Rechte, und droben bei dir ist noch eine Ruhe vorhanden!"