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18. Selma's Abschied vorn Veitsberg.
Von Herbst bis zu Chrifttag verlautete aus Holland kein Wort, eine lange Zeit des Wartens selbst für so geduldige Seelen, wie der Schulmeister und seine Familie.
Am dritten Christtag, zu ungewöhnlicher Zeit, erschien der Amtsbote von Grünberg, und lud den Schulmeister zum augenblicklichen Erscheinen vor Amt. Nicht ohne Besorgniß, es möge ein neues Leid ihm bevorstehen, rüstete sich Justus zu diesem Gange.
Wie er in die Amtsstube eintrat, so saß neben dem Herrn Amtmann ein altes Männlein, von bedächtigem Ansehen, aber freundlichen Mienen, das schien in Be- rathung mit dem Herrn Amtmann begriffen, und las eifrig in einzelnen Papieren, die auf dem Tische lagen. Bei Justus Eintreten erhoben sich die beiden Männer, und der Amtmann ging auf Justus zu und sprach: „Hier, Herr Schulmeister, habe ich euch vorzustellen den vielgelehrten Herrn Advokaten Zoom aus Delft in Holland, der von dem Handlungshaus van der Bruck in Sachen eines Kindes hierher geschickt worden ist, das ihr vor Jahren unter dem Namen Selma, als Kind eines van der Bruck in euer Haus ausgenommen habt. Da gedachtem Handlungshaus van der Bruck sehr viel an Ermittlung des wahren Thatbestandes gelegen ist, so fordere ich euch auf, Alles zu Protocoll zu geben, was ihr von dem Kinde wißt, und was sich bis dahin mit ihm begeben hat, Alles der Wahrheit gemäß, so daß ihr es mit einem körperlichen Eide erhärten könnet."
Das Protocoll begann. Justus beschrieb genau den Tag der Ankunft des Kindes; sagte, was sein Bru-
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