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reicht euch denn die Hand zum Bund der Ehe, und der Herr, der mir vergeben wolle mein schweres Un­recht um meiner Buße willen, und der euch so sichtlich geleitet und zusammengeführt, der wolle euren Bund segnen von Anfang bis zu Ende!"

Von dem Tage an flatterte die Fahne von Hol­land vom Hause der Herrn van der Bruck zu Delft, wie es dort zu Lande üblich ist, wenn eine Braut im Hause wohnt. Ein schöner Gebrauch, daß das Braut­paar unter den Farben des Vaterlandes die ersten Tage seiner Liebe feiert. Denn wie unter der Fahne Christi, so sollen Brautleute unter.der Fahne des Vaterlandes sich froh fühlen; denn dem Vaterlande gehört der Bund ihrer Herzen; seine Früchte sind die Bürger des Landes und seine Tugenden des Landes schönster Schmuck.

Der Einwilligung der Aeltern daheim gewiß, hielt Heinrich schon nach einigen Wochen sein Hochzeitsfest. Haus und Garten des alten Herrn, in denen bis da­hin nur schweigender Mißmuth geherrscht hatte, waren voll von fröhlichen Gästen. Heinrich und Selma und die Aeltern fanden sich zusammen am Marmorteich. An diesem stillen Orte sahen sie lange dem Spielen der Goldfische im hellen Wasser zu, und manch Wort der Liebe und des Preises Gottes redeten sie mit einander. Da nahte sich ein Fremder in ausländischer Tracht und mit gebräuntem Angesicht. Er blieb vor ihnen stehen, beugte das Haupt und sprach:Vergönnt, edle Herrn und Frauen, daß auch ein ungebetener Gast heute bei euch einspricht, seinen Glückwunsch dar­zubringen !"

Van der Bruck sah dem Fremden forschend in's Auge, und rief dann überrascht:Werden die Todteu