229
vorüber, die Herzen waren bewährt gefunden worden im langen Kampf, der Friede Gottes hatte sein Werk und seine Wohnung unter ihnen.
„Wie sind wir so glücklich jetzt, Vater," sagte Lewin, „könnten wir nur den lohnen für seine Liebe und Treue an unserm Kinde, der fern von uns ist, den guten Justus und sein Weib. Er verschmäht Alles , Heimath und Obdach, die wir ihm bei uns an- geboten haben; er verschmäht Geld und Gut, mit dem ich ihn reichlich versehen möchte, und nimmt nur die kleinen Gaben an, die ihm Selma schickt. Er schreibt: „Von dem Kinde dürfe der Vater die Wohlthat annehmen; aber Fremde dürften und könnten nicht lohnen, was die Liebe gethan." Und so sehr mich das schmerzt, so hat Vater Justus Recht."
„Ich weiß einen Weg zum Dank für unfern alten Freund, und gefällt er euch, so wollet ihr mit mir gehen. Er geht durch das Herz seines Kindes. Als ich neulich mit Heinrich von Vater und Mutter redete, da nannte er mir den Familiennamen seiner Mutter. Ich forschte weiter, und erkannte in ihr meine Nichte, die Tochter meiner Schwester, die in Arnsberg in West- phalen an einen Kaufmann, mit Namen Kunz verheiratet war. Ich habe, wie ihr wißt, den Familiennamen abgelegt, und den meines Schwiegervaters angenommen, als ich der Erbe des seligen van der Bruck ward. So ist dann Heinrich unser Vetter. Das Unrecht, das ich an der Schwester that, daß ich mich nicht um sie kümmerte, das möcht' ich an ihrem Enkel wieder gut machen. Selma, du liebst Heinrich mehr und anders, denn die Schwester den Bruder; Heinrich, dein Auge ruht so lange schon liebend auf Selma,

