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chenbera zu Oppach die Obergerichte von Oppach, Beyers­dorf, Sohland a. S., Worbs, Calenberg und Taubenheim, die sonst zum Schlosse Budissin gehörten, für eine Summe Geldes. Die Besitzer der dem Rechenberg nicht gehörenden Güter weigerten sich jedoch, sich seinen Obergerichten zu unterwerfen *). Vom Bischof Johann VII. erhielten 1519 die Brüder Hans und Ernst von Rechenberg zu Oppach die Lehen über Beyersdorf mit dem Sattelhofe, Kirch- lehn, Wäldern, Leichen u. s. w. und den Waldder Ko- peritz" genannt. Diese Brüder besaßen Beyersdorf ge­meinschaftlich. In einer Urkunde von 1521, worin sie dem Probst und Altaristen des Altars der heiligen Barbara in der Pfarrkirche zu Wilthen, Herrn Jacob von Haugwih, 5 Mark Groschen verkauften, wovon die jährlichen Zinsen nach Wilthen gegeben werden sollten, nennen sie sichungesundcrte Brüder von Rechenberg." Als 1555 Johann IX., der letzte Bischof, das Bisthum übernommen hatte, so empfin­gen es von ihm 1556, Mittwoch nach tzuasimollußemti, die Rechenberge zur Lehn. Nachdem der Bischof den Amts­bezirk Stolpen an den Churfürsten August von Sachsen ab­getreten hatte, belehnte dieser Churfürst d. 3. Juli 1559 mit Beyersdorf, Sattelhof, Kirchlehn rc. den Hans Balthasar und Ernst von Rechenberg **).

Diese beiden Rechenberge waren höchst wahrscheinlich in Reyersdorf wohnhaft, ohne daß jedoch jetzt schon das Gut in zwei Rittergüter getheilt gewesen wäre. Des Hans Balthasar von Rechenberg Ehefrau war Martha von Brie­fen. Jetzt und später noch kaufte die Familie Rechenberg bäuerliche Grundstücke, die sie theils behielt, was besonders im Ober-Dorfe der Fall war, theils als kleinere Wirth- schaften wieder ausgab. Dagegen sind auch Theile des Rit­terguts, theils aus Noth, theils durch Leichtsinn von Beyers­dorf weggckommen, z. B. der sogenannte Spremberger Wald, für den sich noch aus den Zeiten des dreißigjährigen Krieges Lehnsactcn vorfinden. Der sogenannte kleine Wald, jetzt zu Oppach gehörig, soll, der Sage nach, gegen ein Paar Stie­feln verwettet worden sein. Er hieß daher lange Zeit der Stiefelbusch. 1586 den 26. Novbr. nahmen der vorerwähnte Ernst von Rechenberg und des Hans Balthasar von Rechen­berg hinterlaßne Söhne, Asmus, Balthasar, Christoph und Niklas es in Lehn, nebst den Lehnßvettern zu Oppach, Christoph. Ernst und Nicol. Nun wurde Beyersdorf in zwei Rittergüter getheilt, Ober-und Nieder - Bcyersdorf. Das obre Gut begründete man zunächst aus 4 Bauer­gütern. Später kauften die Besitzer des Oberdorfs noch 3 Güter dazu, nämlich Matz Winklers, das Richtergut 1609 und Mieths Gut. Ober-Beyersdorf erstreckte sich herab bis an das Erbgericht, welches noch im Oberdorfe lag. Links des Dorfbaches gehörte das Bauergut, welches jetzt das Kohlmannsche heißt und zunächst der Pfarrwiedemuth liegt, zum Oberdorfc. Auch war die sogenannte Holzaue, welche hinter dem Haine entlang des Spremberger Grenz- Wässerchens liegt, ein Eigenthum des obern Ritterguts. Das Ucbrige, was unterhalb der Kirche lag, sowie östlich der Kirche der Sattelhof, wo jetzt die Schmieden sind, war zu Nieder-Beyersdorf gehörig. Die Gerichtsbarkeit war muthmaßlich anfangs nicht gesondert. Die Kirchen-Collatur hatten beide Herrschaften gemeinschaftlich. Da jedoch hier­bei nähere Bestimmungen fehlten, so gab's Eifersucht und Streit.

Herrschaften

auf

Nieder-Beyersdorf und Ober-Beyersdorf.

In brüderlicher Theilung In brüderlicher Theilung***): erhielt das Gut***): Balthasar von Rechen-

Erasmus(Asmus)v.Re- berg d. 26. Nov. 1586. Es chenberg den26.Jan.1586. läßt sich nicht sagen, wie lange Er besaß es bis 1623. Sein er noch lebte? Gewiß ist's aber, Name steht auf der einen der daß er nach 1609 noch da war. hiesigen Kirchenglocken. Ihm Sein Sohn gleiches Namens, folgte sein Sohn: Balthasar v. R., besaß

*) Käuffer, Geschickte der Oberlausitz 3 Bd. p. 56.

**) Dieß ist das älteste Aktenstück, welches sich im Archive des Lehnshofes befindet.

***) Der dritte Bruder, Christoph, wurde Herr auf Sohland und Schirgiswalde. Er war Klostervoigt und Amtmann des Ei- genfchen Kreises. Er soll 1600 mit seiner Gattin Elisabeth v. Schönfeld die Kirche zu Krostau gegründet haben. Von Ni- klas, dem vierten Bruder, ist nichts bekannt. j

Hans Heinrich v. Re- das Gut bis nach 1626. Im chenberg, der es den 14. Jahre 1629 war das Gut im Juni 1624 in Lehn nahm und Erbe. Aus erst'rcr Ehe waren, die RechenbergscheFamilie auf außer den Töchtern, da die Söh- Ober-Beyersdorf und Oppach ne Hans und Balthasar, zu Mitbelehnten harte. Er Aus zweiter Ehe mit Dorothea starb den Sonntag nach Jo- geb. v. Metzradl, welche erst hannis 1640, ohne Erben. 1657 d. 20 Aug , 80 Jahre alt, Das Gut war überschuldet starb, ward 1626, acht Tage vor und wurde unter Sequestra- Pfingsten, geboren Hans Cas­tion gestellt. Von den Cre- par. Der oben erwähnte Ha ns ditoren kaufte es 1641: starb 1640 am Ostermontage als

HansNiclasv. Schwa- kaiserlicher Obrist-Wachmeister, nitz, der bis 1662hier lebte. Der Sohn zweiter Ehe, Hans Er vcrheirathete sich 1648 Kaspar, war unter keinem den 16. Novbr. mit Jgfr. günstigen Zeichen geboren. Als Anna Catharina v. Gersdorf kleines Kind verlor er den Va- aus Kittlitz, mit der er in ter. Als Knabe war er als Page glücklicher Ehe lebte. Sie des kaiserl. Obristen Funk mit starb den 27. Aug. 1655. Er im Kriege bei der Reichsarmee, verheirathete sich zum andern und gericth in seinem 15. Jahre Male den 6. Jan. 1659 mit in Schwedische Gefangenschaft. Jgfr. Anna Sophie v. Gers- Von Allem entblößt kam er aus dorfaus Gebelzig. Erstarb der Gefangenschaft nach Hause, kinderlos d. 14. September Hier war auch wenig mehr zu 1662. Da es sein Wunsch finden. Er wurde jetzt gefähr- war, daß das Gut bei der lich krank. Nach der Genesung Schwanitzischen Familie blie- sollte er zur Belehnung in Dres- be, so wurden nach seinem Tode den erscheinen. Da bittet er seine beiden Brüder Caspar den Churfürsten um Jndult, wo- Christian und Hans Wenzel bei er sagt, er habe Pferde, auf Hochkirch, darüber schlüs- Kleider und Alles verloren, und sig, daß erstrer Nieder-Bey- sein väterliches Gut sei durch ersdorf besitzen solle. Dieser den Krieg so in Verfall gekom- Caspar Christian von men, daß ersich kein Kleid Schwanitz nahm es den 20. auf den Hals schaffen könne" Juni 1663 in Lehn. Seine um anständig zu erscheinen. Gattin war Martha von Bel- Man wird dieß begreifen können, bizig. Er starb 1670 insol- wenn man hört, daß 1632 hier vent und hinterließ zwei un- ein Pfarrer der Kriegsunruhen mündige Söhne, Hans Nicol, wegen sichauflängre Zeitentfern- und Christoph Gottlob. Im te, daß 1637 hier, wie in der gan- Concurs erstand das Gut: zen Gegend die Kroaten mit Wolf Rudolph von Plündern und Verwüsten arg Ziegler und Klipp hau- gehaust hatten, und daß schon sen, auf Mittel-Cunewalde, vorher hiesige Einwohner in der Nechern und Belgern für allgemeinen Verwirrung sich auf 5400 Fl. Er trat das Gut die herrschaftlichen Getraidebö- an einen seiner Söhne, den den verirrt hatten. 1642 den Hauptmann 7. Mai nahm Hans Caspar das

I o ach im Al brecht von Gut in Lehn. Er verheirathete Ziegler und Klipphau- sich am 29. Nov. 1649 mit Fräu- sen ab, der es nur etwas lein Anna Elisabeth v. Nostitz, über 1 Jahr hatte. Er starb Einst war er mit Siegmund den 26. Novbr. 1684 zu v. Gersdorf auf Kittlitz im hie- Cunewalde unverehelicht im sigen Kretscham, der damals 28. Jahre seines Alters und nahe am Bache ungefähr auf wurde hier in das Schwa- derjenigen Stelle stand, worauf nitzische Erbbegräbniß beige- sich jetzt C. Glied Winklers Haus setzt. Der ihn betreffenden befindet. Beide veruneinigten Aussage des Kirchenbuchs wi- sich und nach damaliger roher dcrspricht theilweisedie Schrift Sitte wurde die Sache kurz ab- scines kürzlich aufgefundenen gemacht. Man begab sich vor Leichensteines, welche lautet, das Haus, und Hans Kaspar wie folgt:Hier liegt und v. R., welcher berauscht war, ruhet in dem Herrn Jesu wurde im Zweikampfe so gefähr- der weil. Hochwohl und edel- sich verwundet, daß er kurz nach- geborne Hr. Joachim Al- her den Geist aufgab. Auf der brecht von Ziegler und Stelle, wo er siel, nahe am Wöll- Kl ip p h au se n auf Nie- ncr'schen Hause, steht ein Kreuz der - Bcyersdorf unter ihrer aus Granit. Eine Inschrift hat Hochfürstlichen Durchlaucht dasselbe nicht. Der in der Sa- zu Lüneburg gewesener cristei befindliche Stoßdegcn ist Hauptmann, welcher »nno von dem einen oder dem andern 1651 den 14. November in der beiden Kämpfer. Der un- dem Hause Ober-Cunewalde glückliche Vorfall war am 16. geboren, rmno 1684 den 2. Decbr. 1662, im37. Lebensjahre December daselbst fel. ver- des Rechenberger. Er hinterließ storben und erwartet der 3 Töchter und 1 Sohn. Ein feigen Auferstehung. dem zweiter Sohn, welcher kurz nach Gott gnädig sein wolle." des Vaters Tode geboren wurde, Nach seinem Tode übernahm starb 1664. Auch die unglückliche

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