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der Vater das Gut wieder Gattin starb bald nachher. Da und besaß es bis an seinen nun noch ein Sohn am Leben Tod 1685. Er hinterließ an- war:
sehnliche Schulden. Das Gut Hans Caspar v. R., geb. kam nun 1686 an seinen Sohn 1 H 55 , so nahm dieser das Gut in Ferdinand Rudolph von g e $ n d. 10.April 1676. Indem Ziegler und Klipp hau- Bittschreiben, welches er der Besen, Kammerjunker und Gre- lchnung wegen an den Churfür- nadierhauptmann. Seine fl en richtet, bittet er um Ver- Gattin war Charlotte geb. gebung, daß er unterlassen habe, Krahin. Dieser behielt das Belehnung wegen um Jndult Gut etwa U Jahre. Diese j U bitten; er habe, sagt er, das Ziegler halfen sich, so lange nicht verstanden, und man habe, ihnen das Gut gehörte, mit hg xx at§ kleiner Knabe Vater glatten Worten statt baaren nnd Mutter verloren, ihm nicht Geldes.. Der letzte schemt Einmal einen Vormund gegeben, darin ein besonders geübter s^ne Rechte zu wahren. Wahr- Mann gewesen zu sein. Sie schxinlich 1679 verheirathete er waren für Beyersdorf nichts sich niit Fräulein Anna Helena weniger als nützlich. Regel- Rabenau aus Niederftrawal- mäßigen Aufenthalt hatte hier hx, Fx tjatte einen einzigen Sohn, nur Joachim Albrecht. Von Carl Heinrich, geb. 1687 d. 28. Ferdinand Rudolph kaufte Der Vater starb bereits
das Gut 1695 d. 16. Nov. Das Gut war
Niclas Sahrer von schwer verschuldet. Rechenbergs Sahr 1687. SeineGattin Wittwe, die sich an Adolph Ben- war Dorothea Catharina v. jamin von Berge auf Ottenhain Rcchenberg geb. den 12. Nov. verheirathete, erstand dasselbe 1653, eine Tochter des im «ub basta 1698 in Stolpen für Duell gebliebenen Rcchenberg. 7000 Fl. Sie verkaufte dasselbe Sie starb den 22. April 1696. aber schon 1701 zu Michaelis an Sahrer v S ahr st. d. den damaligen Besitzer Niederb., 7. Juli 1697 als Greis von Hans Wolf v. Grünroth.
83 Jahren. Ein Paar Lehns- Von nun an blieb es mit Nke- vettern, denen das Gut zu- derb, vereinigt. DieRechenber- siel, verkauften es sofort an ge des Oberhofes sind hier noch Frau Dorothea Emeren- nicht ganz vergessen, sondern es tia v. Grünroth, geb. gehen hier noch Anekdoten von v. Felgenhauerzu Rießa 1698. ihnen im Munde der Leute. Der Diese Dame starb noch das- Oberhof war mit Allem verse- selbe Jahr als Wöchnerin und hen, was zu einer vollständigen bald nach ihr auch der von Wirthschaft gehört. Auch soll ihr geborne Knabe. Nun er hinsichtlich der Gebäude pas- übernahm das Gut ihr Ehe- send eingerichtet gewesen sein, mann, der Leutnant Hans Wo jetzt das Häuschen des Gott- Wolf v. Grünroth. Des- lieb Stärsch am nördl. Rande des sen zweite Ehefrau war Flora Teiches steht, stand die Brauerei. Christine, die Tochter des Oestlich begrenzte den Hof das Geheimen Raths von Schlei- herrschaftliche Wohnhaus; an nitz auf Iottewitz und Blat- der Straße waren die Scheuern, tersleben. Sie gebar ihm Westlich stand ein Wirthschafts- hier drei Kinder, von denen gebäude, welches wohnlich war das jüngste, eine Tochter, und erst vor einigen Jahren deallein am Leben blieb. Acht molirt worden ist. Die Bewirth- Monate nach dieses Kindes schaftung des Oberhofes wurde Geburt starb Herr v. Grün- längere Zeit besonders fortge- roth 1704 am Sonnrage setzt, nach und nach aber mit Cantate. Er wurde in die neu- der Wirthschaft des Niederhofes erbaute Grünroth'sche Gruft verschmolzen. Endlich wurden die gesetzt. Er hatte 1701 auch Grundstücke selbst auf Erbpacht Ober-Beyersdorf gekauft, oder verkaufsweise weggegeben.
Nach Grünroths Tode wurden 1705 beide Güter sub hasta verkauft. Es kaufte dieselben Johann Gottfried von der Sahla auf Schönfeld, Appellationsrath. Erbesaß sie bis 1714, in welchem Jahre er sie den 12. März an
Johann Christian Sch lenker, Kaufmann in Lö- bau, verkaufte. Die Familie Schlenker, Vater, Sohn und Enkel, hatte Beycrsdorf bis 1771. Der Erste hatte mehre Söhne und Töchter. Der eine Sohn, Namens Joh. Christian, welcher Advokat war, starb hier den 25. Mai 1730 in seinem 30ften Jahre. Seine Handlung in Löbau setzte Schlenker auch als Gutsbesitzer noch fort. Er hob hier das Lassitenverhältniß auf und gab den Lassiten die Wirtschaften gegen ein geringes Kaufgeld als Eigenthum. Er starb nach ziemlich langer Krankheit in Löbau den 21 . Novbr. 1733 in seinem 65ften Jahre und wurde zugleich mit einer am 24. Novbr. verstorbenen Enkelin begraben. Seine Wittwe Fr. Anna Magdalena starb hier am 14. Juni 1739. Der Sohn
Gottlob Schlenker nahm d. 1.März 1734 Beyersdorf in Lehn. Er hatte sich den 26. Mai 1732 verehelicht
mit Fr. Anna Rosine geb. Nicius, der Wittwe des Carl Heinrich Emmerich, Advokatens in Görlitz. Das Jahr 1738 griff in sein häuslich Glück zerstörend ein. Nämlich nachdem ihm den 25. August eine Tochter von 2 Jahren gestorben war, starb ihm am 10 . Septbr. ein 4jähriger Sohn und an demselben Tage, an welchem man den Knaben begrub, starb auch die Gattin in ihrem 43sten Jahre. — Zum andern Male verheirathete er sich am 3. Mai 1740 in Zittau mit Jgfr. Johanne Regine Göhlin *), deren Vater Johann Christoph Göhle, Kauf- und Handelsmann in Zittau und Erbrichter zu Nieder-Oderwitz war. In dieser Ehe wurden ihm mehre Kinder geboren. 1748 den 17. Aug. starb ihm diese Gattin in ihrem 25sten Jahre und am 18. August ein am 7. Januar von ihr gebornes Söhnchen. Mutter und Kind wurden zugleich begraben. 1758 den 15. Januar starb Schlenker in seinem 56sten Jahre. Sein Sohn erster Ehe
Johann Gottlob Schlenker übernahm Beyersdorf. Er verehelichte sich den 24. Jan. 1758 mit Jgfr. Gottliebe Sophie, Gotthard Holfelds, Gerichtshalters in Neusalz zweiter Tochter. Er hatte mehre Kinder. Er starb insolvent. Es kaufte das Gut sub hasta:
Eberh ard Heinrich Broell, Kammer - Commis- sarius; den 26. Febr. 1771 empfing er die Belehnung. Er starb den 13. Marz 1776. Der Sohn
Christian Heinrich Broell besaß das Gut bis 1780, wo es in einen Concurs kam. Die Broelle waren Gutsherrn und Kirchenpatrone, wie sie nicht sein sollen. Der Sohn war später Schenkwirth in Dresden und endlich Wächter.
Johann Georg Weinhart kaufte das Gut im Concurs am 16. Octbr. 1780. Er hatte schon vorher hier als practischer Arzt gewohnt. Als solcher hatte er einen ausgebreiteten Ruf. Kranke, oft im hoffnungslosesten Zustande, kamen aus weiter Ferne hierher. Sein Vater, Christian Weinert, war ebenfalls schon ein Arzt von Ruf gewesen. Da beide eine eigentliche wissenschaftliche Bildung nicht erhalten hatten, so war ihre Geschicklichkeit um so ehrenvoller. Als Gutsbesitzer machte I. G. Weinhart nicht unbedeutende Verbesserungen. Einige Jahre nach dem Ankäufe des Guts wurde er nobilitirt. Dieser verdienstreiche Mann war hier geboren den 9. Febr. 1735 und starb hier den 22. Decbr. 1805. Verehelicht war Herr v. Weinhart zuerst mit der jüngsten Tochter des hiesigen Schullehrer Gruhl. Nach deren Tode verehelichte er sich mit Jgfr. Mariane Agnes, George Kaplers auf Triewitz älteste Tochter. In dieser Ehe wurden ihm geboren eine Tochter und ein Sohn, Joh. Georg Adolph am 6 . Januar 1789 auf dem Gute Triewitz. Dieser Sohn
Johann Georg Adolph v. Weinhart war bei des Vaters Tode noch unmündig, weshalb das Gut von einer Vormundschaft verwaltet wurde. Er studirte in Wittenberg und Halle. Nach erlangter Mündigkeit empfing er die Lehen den 31. März 1810 **). Im Befreiungskriege nahm er 1813 als Offizier Dienste. Er verehelichte sich am 30. Octbr. 1817 mit Fräulein Henriette v. König aus Lo- bendorf bei Vetschau, welche seit dem 5. Decbr. 1829 das Gut übernommen hat.
Kirchliche Zustände bis zur Reformation.
Das wendische Heidenthum hat, wenn man annehmen darf, daß zu seiner Zeit unser Thal schon Bewohner mit festen Sitzen hatte, da es in der Nähe Altäre wendischer Götter gab, unfehlbar auch hier geherrscht. Aber schon Kaiser Heinrich 1., der Besieger der Ungarn, stellte sich die Aufgabe, für die Bekehrung der Wenden und Böhmen zu wirken. Um nachhaltig das Heidenthum in der Lausitz zu erschüttern, wollte er in Meißen ein Bisthum errichten. Erst sein Sohn Otto 1. brachte dies Vorhaben zu Stande. Die päpstliche Genehmigung erfolgte 955 und der erste Bischof zu Meißen wurde in der Person Burghard's, des Beichtvaters Otto's II. ernannt. Dieser ließ es sich angele-
*) Ihr Bild, ein Oelgemälde, hängt in der Kirche, in der Nähe des Altars.
*♦) Auf sein Ansuchen verwandelte der König am 2. Octbr. 1610 das Mannlehngut gegen einen jährlicke Kanon in ein Al- lodialgut. Bereits hatte sein verstorbener Vater bald nach Ankauf des Gutes auf Allodification angetragen.

