Ehedem, so meldet uns die Sage,
Als noch galt ein Handschlag und ein Wort, Zechten dort beim jubelnden Gelage Edle Ritter fern aus Süd' und Nord,
Die sich brüderlich als Deutsche grüßten,
Auf dem Schloß der alten Egelsburg,
Da, wo jetzt die Vögel sicher nisten;
Denn durch Wildniß geht der Weg hindurch.
Bruno, Herr der Burg, ein edler Ritter, War mit Leib und Seele ganz ein Held. In der Schlacht glich er dem Ungewitter, Ward gefürchtet von der Gaunerwelt.
Oft zur Stunde, wo die Nachtgespenster Tobten um das graue Felsenschloß,
Legt er sich an eins der goth'schen Fenster, Wand er sich aus Schreckenstraumen los.
Schwerer Kummer ihm am Herzen nagte, Manches Ach entfuhr der freien Brust, den stillen Abendlüften klagte Ed^n Gram, nur ihm allein bewußt. Denn kern Sohn mehr lebt' aus seiner Ehe, Alle raffte hlst-cher bitt're Tod;
Sehnend wünschte e^fflch seine Nahe,
Daß ihm glüh' ein beff'res Morgenrolh.

