Abschnitt VII.
Von den Trostgründen in den Nebeln dieses .Erdenlebens, und dem seligen Ziele unsrer Hofnungen.
Die für sich selbst so angenehmen und wonnereichen Empfindungen der Liebe, der Dankbarkeit, des Wohlwollens, welche uns mit Gott und unfern Mitmenschen vereinigen, die Ausübung der Tugend, die Liebe zur Wahrheit, zur Ordnung und Weisheit, verschaffen uns zwar die wünschenswürdigsten Güter, und ersparen uns manchen Kummer, manche Unruhe und Sorge, sichern uns vor vielen Irrthümern, aber sie schüzen uns nicht immer vor Schmerzen, Unfällen und Trübsal. Ja es giebt selbst so. traurige und kritische Zeiten, wo man nur etwas aufgeklärter zu seyn braucht, als der große Haufe, wo man nur Ordnung und Tugend lieben darf, um ein Ziel des Haffes, der Verläumdung und der schreklichsten Verfolgung zu werden.
Von welcher Beschaffenheit auch die Uebel seyn mögen, unter deren Druke man seufzt — wo soll man Linderung seines Leidens — wo wahren Trost suchen? Ach, meine Freunde! hier schweige die Vernunft, oder gestehe ihre Unzulänglichkeit ein.
Soll sie uns mit den Stoikern sagen: Der Schmerz sey kein Uebel? Soll sie, wie einige derselben lhaten,' eine Unempfindlichkeit affektiren, welche die Natur Lügen straft, und welche nur -er lezte Hinterhalt

