hätte denken sollen, dieselbe zur Zufriedenheit der rachgierigen Priesterschaft zu verdienen.

Ein trauriges Beyspiel, daß man auch in der frömmsten Gesellschaft ein Bösewich! ftyn kann, wenn man sich nicht, von richtiger Belehrung un. rerrichtet, und vom heiligen Beyspiele aufgemun- tert, selbst bemüht durch Rechtschaffenbeit und Tu­gend sein Herz zu verbessern. Was nützte drm Verräther der Umgang mit Zesu und seinen from­men Jüngern? Er blieb der habsüchtige, eigen­nützige, diebische Mensch, der seine Herzensande, rung scheute, und jedes Mittel dazu vernachlaßigte. Möchte uns dieß.Beyspiel lehren, daß nur eigen: Mitwirkung jede gute Belehrung kräftig, und zu unserer Veredlung wirksam machet!

Die Zeit des letzten Abendmahles war da, und Jesus zeigte es sehr deutlich, daß ihm der verräthcrische Anschlag Jskariots nicht unbekannt sep.Wahrlich, sagte er wahrend des Abend­mahles, ich sage euch, einer aus euch wird mich verrathen." (Matth. 26, 21.) Die gukmüthigen Jünger wurden bestürzt, und einer fragte nach dem andern:Herr! bin ichs?" Der mit mir in die Schüssel tunkt, antwortete Jesns, und bestimmte ihnen den Bösen icht schon naher, d,aß es einer aus denen sey, die in seiner Nähe saßen, und mit ihm aus einer Schüße! assen. Er un. terließ aber auch nicht ihn noch durch Vorstellung der Größe seines Verbrechens zur Rückkehre zu bewegen:Wehe dem Menschen, durch den deS Menschen Sohn verrathen wird! Es wäre ihm besser, wenn er nicht geboren wäre." Indessen