solchen bedenklichen Frage ließ ihm nicht Zeit sich zu besinnen; die Furcht vor der nahen Gefahr siegte und: „Ich bin es nicht"; war seine Antwort. Möge uns die Treulosigkeit dieses sonst so gutmülhigen und für seinen Lehrer so besorgkcn Jüngers unterrichten, wie behutsam wir auf uns selbst seyn, und Gefahren vermeiden sollen, denen unsere Schwachheit kaum wird widerstehen können, PeiryS fehlte aus Furcht; aber jede Leidenschaft verwirret unser Gemüth, raubt uns die Besinnung, und bringt zum Fast.
Der Hahn krähte zum ersten Male, und die Dienerschaft des Hohenpriesters hatte sich ein Feuer im Vorhvfe angezündet, und weil es kalt war, mitten um dasselbe gesctzet. Petrus befand sich in ihrer Mitte und ahndete nicht die Wiederholung seines Fehlers. Aber „Bist du nicht einer aus seinen Jüngern?" hörte er sich abermal fragen, und , Ich bins nicht" war quch abermal seine Antwort. Fuscht fesselte noch immer sein Herz, und mußte es fesseln, so lang er sich in der Gefahr fand. Und nun widerholten sogar die Um. stehenden diese Frage, und selbst ein Anverwandter des im Garten verwundeten Knechtes sagte ihm noch: „Habe ich dich nicht im Garten gesehen?" Dieß alles trieb ihn in seiner Furcht so weit, daß er fluchte, und schwur: „Ich kenne den Menschen nicht, von dem ihr redet."
So war Petrus drcymal in eben das Verbrechen einer treulosen Verläugnung gefallen, und mochte Furcht den Fehltritt beschleuniget haben, so war die Vernachlässigung der liebvosten War-

