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erwärmt, denn ich lebte geordnet aus Gewohnheit und gut in Folge eines Dranges, den ich weder verstand noch beachtete. Man verglich mich damals oft mit einer Wachsfigur — aber weder meine Umgebung noch ich selbst wußte, daß diese nachgiebige, für Eindrücke leicht empfängliche Substanz, mit welcher man mich verglichen hatte, nur eine äußere Hülle über die Elemente eines verborgenen Feuers war — Wachs, wenn man so will, außen — aber Salpeter, Schwefel und Harz innen.
Als ich ungefähr achtzehn Jahre alt war, erhielt ich eine Eommisstelle bei der Firma Barnabv, Falk, Perez und Comp., den Hauptkorrespondenten meines Vaters. Meine Wohnung erhielt ich bei der Familie Falk, welche in Lothbury ihren Sitz hatte. DaS Haus war ziemlich alt und die Lage ungemein düster, denn während der Wintermonate mußten auf allen Pulten des KomptoirS, welche nicht unmittelbar an den Fenstern standen, den ganzen Tag über Lichter gebrannt werden. Die Falken waren ein fruchtbares Geschlecht, denn der alte Herr war mit fünf Söhnen und fünf Töchtern gesegnet. Die Söhne waren, wie ich selbst, ganz gewöhnliche Menschen — die Töchter theilten unter sich alle Arten weiblicher Eharakterzüge, jedoch nur in schattenhaften Andeutungen.
Hier lernte ich die Fremdenkorrespondenz kennen und wurde vortrefflich in die Geheimnisse der Buchhaltung eingesührt. Ich nahm Alles sehr pünktlich und wurde ein großer Kleinigkeitskrämer. Namentlich that ich mir ungemein viel auf die Nettigkeit derjenigen Theile der Hauptbücher zu gut, welche mir anvertraut waren. Meine rothen Linien standen stets in mathematisch genauen rechten Winkeln mit den schwarzen senkrechten, meine Handschrift, die sich allerdings um ihrer Pünktlichkeit willen etwas steif ausnahm, schien eher gestochen als geschrieben zu seyn, und ich hatte denselben Abscheu vor einem Kleckse auf meinen Seiten, den eine alternde Jungfrau gegen jeden Makel in ihrem Rufe unterhält.
Die Prinzipale der Firma waren mit mir zufrieden, meine

