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noch nicht begreifen, wie in jener Zeit eine schiefe Falte in meinem Halstuch, oder eine schlecht gedrehte Locke mich unglücklich machen konnte, während doch später mein Wesen so starr und düster wurde, daß ich unbeweglich und fest, ohne mir dessen bewußt zu werden, stehen bleiben konnte, wenn mein Leib zerfleischt wurde. Es wäre vielleicht unterhaltlich, jedenfalls aber meinem Zwecke fremd, wenn ich die bedeutungslose Kleinigkeit meines Comptoirlebens und die stoische Gleichgültigkeit schildern wollte, mit welcher ich die Orda- lien der maskirten Angriffe von fünf Fräulein Falk, die noch besser gerichtete Taktik ihrer guten Mutter und die großmüthige Selbst- verläugnung des Vaters über mich ergehen ließ; denn namentlich forderte mich der letztere zu öfterenmalen auf, mich nach einer Fran umzusehen, und erklärte dabei derartige Manöver als unzart und gemein, ohne daß er übrigens versäumte, seine Rede mit den Wor­ten zum Schlüsse zu bringen:Aber seht Euch vor, mein lieber Freund, denn ich denke, Agatha könnte allzuempfänglich für Euern Werth werden."

Dieselbe Sprache wurde mir nur mit dem Unterschiede einer andern Namensunterschiebung (je nachdem man die Eine oder die Andere für meinen Liebling hielt) von der ältesten Tochter Agathe an, welche trotz ihrer rothen Haare und ihrer fünfundzwanzig recht hübsch war, bis zu der kleinen, netten, schwarzäugigen, aber etwas schielenden Mira vorgchalten. Der Natur der Dinge nach hätte ich eigentlich mit Gewalt einer oder der andern von diesen Däm­chen zufallcn sollen, denn sie waren sammt und sonders in der That recht liebenswürdig und hatten, wie ich fest glaube, eine wahre, wenn schon nicht leidenschaftliche Zuneigung zu mir, die ich denn auch in gesetzter und nüchterner Weise erwiederte. Vielleicht hätte mich auch mit der Zeit Mira gefesselt, denn ich hielt es nachge­rade für eine angenehme Beschäftigung, die flüchtigen Blicke einer schielenden, aber sonst sehr hübschen Dame aufzufangen; auch däuchte mich der Zeitvertreib so unschuldig, daß er mich an die Tage er-