Es war am Abende vor meiner Abreise. Die ganze Dreizehn — eine unglückliche Zahl — hatte sich um das letzte klägliche Nachtessen versammelt. Männiglich ist sehr angegriffen, nur ich nicht; denn ich bin wie Lance's Hnnd, unverwüstlich. Die Angen der jungen Damen sind roth und ihre Gesichter blaß. MrS. Falk versucht nicht, ihr zeitweiliges Schluchzen zu verbergen, während Mr. Falk ungemein ernste Mienen macht und mit einer wahren Wildengier ißt, als gedenke er, den Grimm irgend eines unausge- drückten Aergers an den unterschiedlichen Schüsseln auf dem Tische anszulaffen. Es lag etwas eigentlich Ergreifendes in seiner Gefräßigkeit. Aber auch diese Art, einen Schmerz auszudrücken — wie großartig sie auch sehn mochte — mußte zuletzt ein Ende nehmen. In der Ueberfülle seines Herzens und jenes TheilS der animalischen Oekonomie, welcher ein wenig unter dem vorgedachten Organ sitzt, stieß er mit einer oratorischen Schwenkung und einem tiefen Seufzer das Teller sammt dem Bestecke von sich, streckte seine Arme aus und sprach:
„Mein thenrer Ardent, vielleicht ist dies — ja, wahrscheinlich ist dies das letzte Nachtessen, das wir je mit einander einnehmen werden."
ES war ein heißes Nachtessen — denn derartige Mahlzeiten waren in Lothbury üblich.
Die jungen Damen seufzten vernehmlich. ES war in der That, rührend — um so rührender wegen einer kleinen Unbestimmtheit in den Worten des alten Gentlemans, die wie Pathos klang, obschon sie eigentlich daher rührte, daß er den letzten Mundvoll heißer Aepsel- Pastete noch nicht ganz verschluckt hatte. Er fuhr fort:
„Liebe Frau, darf ich Dich um den Branntwein bemühen? Hier, mein theurer Ardent, an dem Busen meiner Familie — meines treuen Weibes, meiner blühenden Töchter, meiner — meiner — meiner gewerbsfleißigen Söhne, der Stützen und Pfeiler meines Alters, die um meinen gastlichen Tisch sitzen — hier in der

