Was von den Naturwissenschaften im Allgemeinen, gilt insbesondere auch von einem ihrer wichtigsten Zweige, der Chemie. Es kann keineswegs meine Absicht sein, hier den inneren Werth und großen Nutzen dieser Wissen­schaft umständlich erörtern zu wollen, ein Blick auf alle Zweige der Indu­strie und menschlicher Thätigkeit, so wie auf die Erhaltung des menschlichen Lebens selbst, zeigt ihr unschätzbares Wirken einerseits als ökonomisch-tech­nischer, andererseits als medizinischer Chemie.

Von wahrhaft durchgreifender Wirkung ist der Einfluß, den diese Wis­senschaften auf die Bildung und Gesittung, wie auch auf den äußeren Wohl­stand der Völker und Einzelnen nehmen. Jeder wichtige Fortschritt, jede neue Entdeckung in ihrem Gebiete ist, als mächtiger Hebel der Bildung und Auf­klärung, zugleich ein Fortschritt der Menschheit selbst. Den tatsächlichen Beweis davon liefert die Geschichte, welche bis in die neuesten Zeiten hinauf zeigt, wie sehr jene Völker, welche die Naturwissenschaften zu kultiviren und zum Gemeingut zu machen verstanden, sowohl in ideeller als auch in politi­scher und industrieller Hinsicht es jenen zuvorgethan, bei welchen diese Wis­senschaften brachgelegen. Dadurch belehrt, fing man denn auch in der neue­sten Zeit allerwärts an, diese Wissenschaften mit dem allgemeinen Wohle selbst in unmittelbare Verbindung zu bringen, daher auch tiefer blickende Staats­männer dieselben von diesem höheren Standpunkte aus würdigen und Alles aufbieten, dieselben in jeder Beziehung zu fördern. Daß auch Oesterreich in dieser Beziehung nicht zurückgeblieben, beweiset sowohl die Blüthe seiner In­dustrie und seines Fabrikwesens, als der hohe Standpunkt, den die wissen- schaftliche Medizin in diesem Lande erstiegen. Mit dieser wahrhafteren Wür­digung der Wissenschaft, steigert sich nothwendig auch die Achtung und dank­bare Anerkennung gegen Jene, deren durchdringendem, durch jahrelanges, müh-