35

Gleichheit.

4Jte Natur liebt die Ungleichheit; noch mehr, alles in der Natur auf Ungleichheit gegrün­det: Ungleichheit der physischen und moralischen Kräfte des Menschen; Ungleichheit des Bodens und des Himmels der sie trägt und sie bedeckt; Ungleichheit der Umstände, unter welchen sie das Leben beginnen, fuhren, endigen. Diese Ungleich­heiten sind eben so unvermeidlich, als nützlich und zweckmäßig.

Weit entfernt, sie auörotten zu können, muß man es nicht einmal wollen und wünschen. Je mehr die Arbeit und die Cultur zunehmen, um so mehr wachsen, vervielfältigen, verzweigen sich alle diese Ungleichheiten; daö Gesetz, von weisen poli­tischen Formen ausgehend, und von solchen ver­bürgt, kann allein, zwar nicht die Ungleichheit he­ben, aber sie unschädlich, ja nützlich machen, indem eS die gleiche Heiligkeit des Rechts, nicht die Gleich­heit der Rechte, auöspricht. Die unvertilgbare Un­gleichheit der Kräfte, des Vermögens, der Verhält­nisse fuhrt ungleiche Ansprüche, und öfters gleiche Anmaßungen mit sich Das Gesetz muß die ersteren