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Anfaͤnglich in einen blinden Schlendrian verſunken, war man weit entfernt zu glauben, daß die neue Kunſt in ihrer Ausuͤbung durch wiſſenſchaftliche Regeln geleitet werden koͤnne. Zwei hundert Jahre waren bereits ſeit der Entſtehung derſelben verfloſſen, ehe! man ahnete, daß dieſe Kunſt von einer Theorie, noch weniger von einer auf die Geometrie gegruͤndeten Theorie abhaͤngig ſein koͤnne!
Indem man die Schnelligkeit der Bewegung der neuen Projektilen mit der Geſchwindigkeit der durch die alten Maſchinen geſchleuderten Maſſen verglich, hatte man ſich faͤlſchlich eingebildet, daß dieſe Bewegung in einer geraden Linie anfange und aufhoͤre, und daß die aͤußern Graͤnzen dieſer geraden Linien durch eine kreisfoͤrmige Krumme vereinigt wuͤrden. Dieſe Hypotheſe, ſo abgeſchmackt ſie auch iſt, war die Grundlage, auf welcher die erſten Schriftſteller eine Theorie der Artillerie auffuͤhrten.
Erſt zu Anfange des ſechszehnten Jahrhunderts wagte man es zu glauben, daß der von einer Kanonen— kugel beſchriebene Weg in ſeiner ganzen Ausdehnung eine krumme Linie ſei. Man wurde blos gewahr, daß in dem erſten Theile der Kugelbahn die Krümmung fo wenig merkbar war, daß man dieſelbe außer Acht laſſen konne: doch die Beſchaffenheit dieſer Krummen war immer noch ein Geheimniß, welches ein undurchdringlicher Schleier bedeckte. Endlich muthmaßte man, daß ſie einige Verwandſchaft mit der Parabel haben koͤnnte, ohne ſich jedoch durch einen mathematiſchen Beweis davon uͤberzeugen zu

