VII

koͤnnen. Erſt in dem folgenden Jahrhundert konnte dieſe Vermuthung durch die Entdeckung, welche Galilaͤus von dem Geſetze der beſchleunigten Bewegung ſchwerer Koͤr­per machte, ſich zur Gewißheit erheben. Dieſe Entdeckung machte allem Streite, welcher ſich uͤber die Geſetze der Be­wegung, und ins Beſondere über die der Projektilen erho­ben hatte, ein Ende. Die Geometer machten davon An­wendung auf die paraboliſche Bewegung, fuͤr alle Lagen des Ziels in Ruͤckſicht auf das Niveau der Batterie.

Galilaͤus, welcher auch, wenigſtens unter den Neuern, die erſte Idee von der Schwere der Luft und dem Drucke der Atmosphäre hatte, unterließ nicht, auch des Widerſtandes zu erwähnen, welchen dieſes Fluid dan darin bewegten Körpern entgegenſetzen koͤnnte: eine Vermu­thung, welche, wenn ſie beſſer entwickelt worden waͤre, ſchon damals ein großes Licht über die Theorie der Artillerie verbreitet haben würde; aber er ſchrieb dieſem Wider­ſtande ſo wenig Wirkungsfaͤhigkeit zu, daß er ohne allen Anſtand behauptete, es koͤnne dadurch keine Aenderung in der Figur der Parabel entſtehen. Dieſe Meinung wurde anfaͤnglich von den meiſten Schriftſtellern, welche in der Folge den nemlichen Gegenſtand behandelten, beibehalten. Es war, wie ſie glaubten, nicht wahrſcheinlich, daß ein fo duͤnnes Fluid, deſſen Dichtigkeit mehrere tauſendmal ge­ringer als die der aus den Feuergewehren geworfenen Koͤr­per iſt, merkbare Veraͤnderungen in der paraboliſchen Be­wegung hervorbringen könne; mithin beſchraͤnkten fie ihre Unterſuchungen darauf, alle geometriſchen Eigenſchaften dieſer Bewegung, als wenn ſie in leeren Raume vor ſich