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'12. Des Nachts schläft er nicht, 7 ׳
Des Tags ruht er nicht, ■ ' י
Bis er im Grabe liegt.-
13 Doch ^), was beklagt der Mensch sich, der da lebt?
Genug für ihn, daß er doch lebt?
14. Zur Müh' geboren und zum Streben heiß,
Heil ihm, wenn für die Wahrheit er zu streben weiß.
15. Sein .Anfang wird erweisen sich a>n Ziel,
Was nützet ihm der Täuschung Spiel?
16. Sein Siegel zeuget einst an seiner That,
Was frommet ihm des Truges Rath? —
17 . Wohlthaten, wenn er übet aus.
Sie folgen ihm zu seinem ew'gen Haus s ;.
18. Auf Weisbeit nur, wenn steht sein Trachten,
Sie wird im Aller bei ihm übernachten.
19. Auf Raub und Trug wenn er erbittert ist.
Schnell abgekürzt wird ihm die Lebensfrist. >
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־־.׳ ■■> Der Dichter hat bisher von der Vergänglichkeit des Menschen ge- sprechen, er geht jetzt zu dem über, was am.und im Menschen bleibend ist, das Wahre, das er seiner unsterblichen Seele ein- pflanzt, das Gute, tvas er auf Erden hinterläßt.
' 5) Anspielung auf das schöne rabbinische Gleichniß von dem Beneh- men der dreierlei Freunde beim Scheiden des Menschen. Sie sagen nämlich: ״ es war einmal ein königlicher Verwalter, dem sein Herr viel anve^trauete und lange keine Rechnung von ihm verlangte. .Plötzlich jedoch kommt einmal ein Bote des Kö- nigs, der Verwalter möchte sogleich erscheinen, und wegen der verflossenen Jahre Rechenschaft ablegen. Der Mann erschrickt sehr, er glaubt, der König zürne; er läuft zu seinen besten Freun- den, die sollen ihn zum Könige-begleiten, allein sie kehren ihm den Rücken; er läuft zu anderen, die sagen, bis zum Pallaste ' wollen, wir mitgehen, weiter können wir dich nicht begleiten; er
geht endlich zu Freunden, die er bisher gar nicht geachtet, und siche da, diese sprechen zu ihm: fürchte dich nicht, wir gehen mit dir zum Könige; sollte er dir zürnen, wir werden ihn besänfti- gen: — Der König ist Gott; der Verwalter ist der Mensch; der vorladende 18ote der'Tod. Die ersten Freunde sind die Schatze des Menschen, sie gehen keinen Schritt mit ihm; die zweiten sind ׳ seinbVerwandten, die begleiten ihn 1>is zum . Grabe; die dritten Freunde aber, die der Mensch im Leben so oft vernachlässigt, das sind Tugenden und edle Werke- die begleiten ihn bis zum Ziele und werden seine Fürsprecher vor Gott." —

