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' St. Luzius der Evangelist.
Menschen fest in Bund vereinen, strahlet eine Gotteskrone,
Dazu kommt das Kreuz als Zepter, waltend mild von Zon' zu Zone! Der erobert mehr als Welten, der zur Wahrheit durchgedrungen,
Und die Menschen fuhrt zu Freyheit, wenn er selbst sich hat bezwungen!
Den heiligen Luzius verehren wir mit freudiger Dankbarkeit als den Evangelisten des Bündtnerlandes, welches in alten Zeiten Rhetien hieß, und dessen Land und Leute jetzt zum Brudervolk der Schweizer gehören.
Damals lag Bündten noch in den Finsternissen des Heidenthums und das Volk war sehr verwildert. Und dorthin nun brachte Luzius als ein Bothe Gottes, ungefähr zwischen dem dritten und vierten Jahrhunderte der christlichen Zeitrechnung, das heilige Evangelium des Lichts, der Liebe und des Lebens, und damit Erkenntniß und Tugend und den Trost ewiger Hoffnung. Billig feiern sein Andenken Alle, die den Segen bedenken, welchen die Religion des Kreuzes über ein Land ausgießt! Opfer, wie Luzius brachte, Thaten, wie Er übte und Beispiele, wie Er hinterließ, müssen jedes gute Gemüth erquicken und erheben. —
Der Mann Gottes, dessen Wirken wir erzählen möchten, stammt aus England oder Brittanien oder Albion.
Dieses war in jener Zeit in viele einzelne Theile getrennt und jede Abtheilung von einem eigenen König Von wannen Luzius.
beherrscht. Ein solcher König war Luzius. Diener des Evangeliums, welche gesendet von den Nachfolgern des
heiligen Petrus und Paulus von Rom nach Brittanien kamen, brachten die Bothfchaft der Gnade und des Heils
in's Land. Sie waren erbethen vom damaligen Pabste Eleutherio durch Luzius; denn lange schon sehnte sich
in der Stille der König, welcher ernst bei sich über sein Dasein und seine Bestimmung dachte, die Lehre des
Christenthums zu vernehmen. Vieles schon hatte er von seiner Kraft und Milde gehört, und sein reiner Sinn
und tief Gemüth wandte sich von früher Zugend an vom Heidenthum ab, worin er geboren und erzogen
wurde, worin er aber für sein Herz keine Ruhe und für seinen Geist keine Befriedigung fand. Er hörte nun
selbst die Bothen Christi, und sah ihr Wirken, und glaubte und wurde getauft. Wird Christ.
Mit ihm trat in die Gemeinschaft der Gläubigen seine Schwester Emerita und viele angesehene und Mit ihm seine Schwester, ausgezeichnete Leute. Beispiele von Oben ziehen gerne die da unten sind; Ein Sonnenstrahl hebt wieder viele, sonst im Frost welkende Blumen!
Wie mehr nun Luzius durch Andacht und Unterricht, durch Macht und Gnade von Oben den Herrn erkannte und Sein Reich, und wie es sei „uns gegeben zur Gerechtigkeit, zur Weisheit und zur Erlösung", um so fester wurde mehr und mehr sein Entschluß, das Evangelium selbst auch auszubreiten, die Luzius wird Evangelist. Krone abzulegen und ein Misfionarius im Sinne der alten, bessern Zeit zu werden. Er fühlte ganz, welchen Segen das Christenthum den Menschen bringe, sah aber auch, wie viele Länder dieser Bothschaft noch ermangelten ; da drängte ihn die Liebe Christi, sich hinzugeben für seine Brüder. Die liebende Seele wird ihn verstehen, welche weiß, daß wer sich dem Herrn weiht, allen Menschen angehört, und ohne Unterschied von Personen und Ländern in jedem den Gotterschaffenen und Erlösten ehrt und liebt, und alle Lande anschaut wie Vorhallen vor den Himmeln, dem Einen Vaterlande Aller! Dazu denke dir aber noch: England war damals nach allen Seiten in Hader und Krieg verwickelt, und die Unruhe der Lager, die Ränke der Höfe und überhaupt das Treiben und Reiben der Leidenschaften machten die Entsagung des Thrones einem Gemüthe fast zum Bedürfniß, welchem ein höher Reich im Sinne lag und seligere Eroberungen und eine unvergängliche Krone. Auch mußt du, um solchen Entschluß des Luzius besser zu fassen und zu fühlen, jener Zeit gedenken, wo der Geist des Herrn wunderbar an allen Orten Herzen erweckte und entzündete, zur Ehre des Herrn und zum Heile der Menschen das Evangelium zu predigen in Wort und Werk. Wie am Firmamente im Lichte ihrer Sonne Sterne hervorgehen über jedem Lande wohlthätig leuchtend, so giengen damals aus dem Himmel der heiligen Kirche von Gott entflammt und geleitet gottselige Menschen aller Orten und aus allen Landen in die Länder der Menschen, sie zu versammeln zu einer Familie der Kinder Gottes durch Buße und Gnade. Es ist in der Geschichte der Menschen verzeichnet, welchen wohlthätigen Einfluß die Verbreitung des Christenthums auf die Verfassungen der Länder und den Zustand ihrer Bewohner hatte. Nur kurzsichtiger Dünkel kann es übersehen! Luzius, besorgt für seine Untergebenen, übergab das Reich mit Umsicht einem andern, würdig seines Vertrauens; legte ab Krone und Zepter, zog das Pilgergewand an und nahm das Kreuz und das Evangelium. Welch ein Reich ist jenes, wofür ein König das Seinige verläßt, und welche Schätze bringt jener, welcher Allem entsagt, was uns anzie- Iweiteö Heft- (,
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