Das Arbeiten im Dunkeln
Genossenschaft zur Beförderung des allgemeinen Wohlstandes der Blinden.
In der Custonstraße in London, nicht weit östlich von der Kirche des heiligen Pankraz, ist ein kleiner wenig in die Augen fallender Laden, in welchem Bürsten, Körbe, Matten u. s. w. zum Verkauf ausliegen und auf dessen einem Fenster an der äußeren Seite man ein Gemälde sieht, welches blinde Männer und Frauen darstellt, die mit Anfertigung von Bürsten, Körben und Matten u. s. w. beschäftigt sind. Dieser anscheinend unbedeutende Laden bildet das Verkaufslocal eines wohlthätigen Institutes. Wir treffen hier einen jungen Mann, der, obgleich des Augenlichtes beraubt, doch ohne Führer durch die Straßen Londons geht, um im Westen und Osten, in der City und in der unteren Stadt mit großer Umsicht und Genauigkeit die Bestellungen für jenes Institut einzuholen, als dessen Stadtreisender er angestellt ist. Ein anderer blinder Mann, in gleicher Weise thätig, geht auch allein durch die große Stadt, indem er nur bei den schwierigsten Uebergängen auf den Straßen, die freundliche Hülfe Fremder beansprucht, um über dieselben geführt zu werden.
Manche kleine Familien wohnen in der Nähe Londons, deren Unterhalt von blinden Familienvätern beschafft wird und die dadurch vor Armuth und den Folgen derselben, dem Betteln, bewahrt werden, denn der oben genannte Laden bietet ihnen Gelegenheit, durch industrielle Wirksamkeit den nöthigen Unterhalt zu erwerben.
In den oberhalb des Ladens und hinter demselben eingerichteten Werkstätten werden arme und hülflose blinde Männer und Frauen in denjenigen Fertigkeiten unterrichtet, welche ihnen am leichtesten zugänglich und wodurch sie in den Stand gesetzt werden, ihre Arbeit am einträglichsten zu machen. Ein einsichtsvoller und

