13. Gin schriftlich dargestellter Satz erhält an seinem Ende einen Punkt, an seinem Anfänge einen großen Anfangsbuchstaben.

14. An manche Hauptwörter (Feuer, Gold, Wasser, Brot, Glas) läßt sich die Aussage ohne Weiteres anknüpfen; vor andere setzt ein deutscher Schüler von selbst ein Wörtlein (der, die, das, oder ein, eine, ein), welches Geschlechtswort oder Artikel heißt.

Es versteht sich von selbst, daß die vorstehend skizzirten Unterrichts­momente dem Schüler nicht, von dem Lehrer gegeben werden sollen, worauf jener dann die Aufgabe zu lösen hätte. Es sind ja deutsche Kinder, die vor dem Lehrer sitzen, Schüler, die unbewußt schon Tausende von Sätzen gebildet haben und die täglich in Sätzen sprechen hören. Man stürze also getrost mitten in die Sache hinein und lehre blos den Schüler beobachten und erkennen, was er selbst bei Lösung der Aufgabe thut. Die Haupt­aufgabe des Lehrers wird sein, des Schülers Erkenntnisse sorgfältig aus- drücken zu lassen, sie zu ordnen und in Zusammenhang zu bringen, auch etwa das fehlende Wort zu geben, wo die Sache erkannt ist. Wo der Schüler Etwas übersieht, da muß seine Aufmerksamkeit geleitet, seine Beobachtungsgabe geschärft, sein Nachdenken angeregt werden, wie es bei jedem wahren Unterrichte geschieht.

Eine Hauptsache für den Schüler ist, daß er spricht, denn die Sprache soll er ja eben richtig handhaben lernen; insofern hat die schrift­liche Lösung der Aufgaben nur einen untergeordneten Werth. Da aber bei der bloß mündlichen Lösung sich mancher Fehler versteckt, der bei der schriftlichen Darstellung sofort an's Licht kommt, so ist letztere nicht zu entbehren. Es wird aber stets genügen, einen Theil der Aufgaben schrift­lich lösen zu lassen, oder, was immer den Vorzug verdient, sobald es ausführbar ist, an die mündlich durchgenommenen Aufgaben andere, ähn­liche, veränderte, schwierigere, eine freiere Bewegung gestattende anzuknüpfen. Es werden Proben folgen.

Bei der mündlichen Behandlung genügt es keineswegs, daß z. B. zu jedem Hauptworte der Aufgabe 1 ein Thätigkeitswort in aussagender Be­ziehung gesetzt wird; die mündliche Behandlung soll eine Geistesgymnastik sein, die dem Schüler das Band der Zunge lös't, und mit wenigen Hin­leitungsfragen, oft durch eine bloße Erinnerung an Ereignisse, die dem Schüler bekannt sind, wird es dem Lehrer gelingen, der ersten Aufgabe folgende Gestalt zu geben:

Aufgabe 1.

Feuer brennt. Das Feuer brennt, flammt, leuchtet, scheint, lodert, glüht, raucht, qualmt, knistert, prasselt.

Gold glänzt, gleißt, schimmert, funkelt, blitzt.

Der Same keimt, läuft auf, fällt, fliegt umher, trocknet, fault.

Die Rose riecht, duftet, bricht auf, blüht, verblüht, verwelkt, fällt ab, verbleicht.

Die Nessel brennt, sticht, wächs't, wuchert, nährt.

Tie Wolke zieht, eilt dahin, fliegt, sagt, verhüllt, verdunkelt.

Ter Mond geht auf, geht unter, scheint, leuchtet, zieht, verbirgt sich, versteckt sich.

Wasser (das) fließt, läuft, sammelt sich, überschwemmt, löscht, verdunstet, ver­dampft, tropft, tröpfelt, gefriert, befruchtet, lös't auf, schmelzt, näßt.

Der Stern (ein) funkelt, flimmert, glänzt, leuchtet, ziert.

Bäume (auch die) wachsen, grünen, blühen, tragen Frucht, schlagen aus, treiben, knospen, rauschen, fallen, stürzen, werden alt, vergehen.

Brot nährt, sättigt, schimmelt, bräunt sich, geht auf.