35

brüstet haben, ein Schüler Sailers zu fern, indem er seine Art von Innerlichkeit zur Schau trug; und berufen sich nicht heutigen Tages noch gewisse Geist­liche, die den Leib der Kirche nicht in seiner ganzen Gliederung wollen, darauf, daß sie in der Schule Sailers gebildet sind? Doch Dieses und Aehnliches dem künftigen Biographen Sailers zur Auseinander­setzung überlassend gedenken wir nur des rührenden Abschiedes, welchen der öffentlich Gekrankte von sei­nen Schülern nahm. Unter den Papieren^ und Schriften, welche der Verfasser dieses Versuchs vor sich hat, befindet sich auch ein Andenken für die dem Prof. Sailer treu ergebene studirende Jugend. Dasselbe ist betitelt: An meine Schüler bey ihrem Ab- .schiede von der Universität von I.M. Sai­ler. 1794. Monita discipulis suis Acadejniae valedicentibus data a J. M. Sailero. Auf der einen Seite deutsch auf der andern lateinisch. Dieses Schriftchen lautet also.

Was ich seit zehn Jahren in eure Seelen mit Wort und Beispiel legen wollte, sey, zur Erneue­rung der früheren Eindrücke, am Schluffe meines Unterrichtes, hiemit ins Kurze gefaßt, und als Vor­schrift für eure kommenden Tage empfohlen.

I. Lasset euch in eurem Denken, Wollen, Thun, Lehren die Glaubens- und Sittenlehre der katholi­schen Kirche als Richtschnur heilig seyn!

Entfernet euch nie von dieser königlichen Straße der Weisheit, Tugend, Seligkeit, damit ihr weder