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Schärfe darthun könnte. Dürfte ich im Kreise weiser Männer als Theolog offen und freimüthig von der Sache reden, so würde ich sagen: Ich unterscheide mit allen erleuchteten Kirchenlehrern in der katholi­schen Religion ein doppeltes Leben, das nur in der Einheit gedeihen und in der Trennung sich unmöglich halten kann, ein inneres und ein äußeres Leben. Das innere Leben der Kirche besieht im Glauben, in der Hoffnung, in der Liebe und in dem lebendigen Sinne für Gerechtigkeit und Wahrheit. Für Menschen-Augen unsichtbar isi das verborgene Leben des Christen. Das äußere Leben der Kirche besteht a) in Handhabung des öffentlichen Gottesdienstes, b) in Austheilung und Empfangung der heiligen Sakramente, c) in dem frommen christ­lichen Lebenswandel, der den Glauben, die Hoffnung und die Liebe, die innere Wahrhaftigkeit, Gerechtig­keit, Billigkeit und Güte -in äußerlichen Handlungen und in lauter guten Werken darstellt, und 6) in der Thätigkeit der Hierarchie, die das Regiment der Kirche durch Päpste, durch Erzbischöfe, Bischöfe rc. geltend macht. Das innere und äußere Kirchenleben dür­fen nun nicht getrennt, sondern sie müssen ver­einigt werden, und sie machen nur in der Einigung das rechte katholische Leben aus. Denn wie nicht der Leib allein und nicht die Seele allein, son­dern Seele und Leib in ihrer bestehenden Vereinigung, den ganzen, den wahren Menschen ausmachen, so können auch nicht das äußere Kirchenleben ohne das innere und nicht das innere ohne das äußere.