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Diese Extreme wären beyde gerade so irrig als gemein schädlich, wie sie der Einsetzung Christi und dem Geiste der katholischen Kirche beyde entgegenstehen. Nun habe ich mich von jeher zwischen diesen beyden Extremen in Mitte gehalten und wider die bloß äußerlichen Christen die Nothwendigkeit des innern Christenthums vertheidigt, habe stets auf inneres und äußeres Kirchenleben gedrungen und werde stets darauf dringen, bis an's Ende meines Lebens. Die Trennung des äußerlichen Christenthums von dem innern könnte^man allerdings den Pharisäismus unsrer Zeit ^nennen; die Trennung des innerlichen von dem äußern haben sie Mysticismus genannt. Nun habe ich den letzter» stets verabscheut, wie den erster»; und wie ich auf Gemeinschaft des Gemüthes mit Christo gedrungen habe und noch dringe, ss habe ich stets gedrungen und dringe noch auf Gemeinschaft mit der Kirche. Ich habe, ohne mich mit einem großen Manne messen zu wollen, mir stets den heiligen Augustinus und Salesius zu Mustern gemacht, indem beide das innere und äußere Christenleben eng mit einander zu verknüpfen wußten — in ihrem Leben und in ihren Schriften.
Zch habe aber auch, wie ich dem heiligen Augustinus in Schrift und Leben nachzufolgen strebte, seine Schicksale theilen müssen. Wenn er wider Pelagius die Nothwendigkeit der Gnade behauptete, so hieß es: Augustin hebt die Freiheit auf, indem er der Gnade zu viel gibt; und wenn er wider die Manichäer die Freiheit des menschlichen Willens bes

