81

81

ist unsre ganze Lebenszeit. Wir wissen wer lg und von dem was kommen werde, fast gar nichts, bis e da ist. Wir gehen mit verbundenen Augen durch das Leben. Wie du im Unstchtbaren des Mutterleibes gebildet wardst, so werden alle großen und kleinen Dinge der Welt im Unstchtbaren empfangen und tre­ten erst bei der Geburt zum Vorschein. O wer könnte alle Leiden und Freuden, die deiner warten, dir auf die Stirne schreiben! Wohl uns, das; fie in Gottes Hand gezeichnet sind:"

Kein Menschenkind wird ohne Geburtswehen geborendies; ist das wahrste Lehrbild, wie die Men­schen tugendhaft und fromm werden; nicht ohne Wehen und nicht ohne Geburtswehen. Was aus Geist ge­boren ist, das ist Geist.

3 .

Dies; ist auch ein rechtes Vorbild, wie die Men­schen selig werden. Wie die Kinder durch die Geburt aus der Gefangenschaft im Mutterleibe an die Frei­heit des menschlichen Lebens geboren werden, so wer­den wir durch den Tod an das ewige Leben ausgeboren.

4 .

Die neugeborenen Kinder finden bald eine Mut­terbrust. Auch dieß, daß sich die neugeborenen Kin­der eine Mutterbrust suchen und finden, ist ein Denk­bild für uns. Sehnet euch, schreibt Petrus im ersten Briefe 2, 2, als neugeborene Kinder nach vernünfti­ger unverfälschter Milch, um durch sie zum Heile

*

1 >/. 1 >

' \ '