heranzuwachsen. Der nie an der Mutterbrust des Evangeliums getrunken, kömmt nie aus den Tölpeljahren des Geistes heraus.
5 .
Kaum ist das Kind geboren, tritt die Religion als Sängamme des geistlichen ewigen Lebens zu ihm; getauft soll es werden, eingeweiht, ernährt, groß- gezogen zum ewigen Leben.
„Gott soll es angehören, kein bloßes Menschenkind seyn." Das ist der Sinn der Taufe.
Wie Christus, auf Erden lebend, die Kinder herzte und segnete, so werden sie Ihm durch die Taufe in Arm und Schooß gelegt. Er küßt und segnet sie. Er schreibt den Namen des Täuflings in's Buch der Lebendigen, wie der Pfarrer in's Taufbuch.
6 .
Das Kind ist von der Taufe an besonderes Heiligthum Gottes; habet Respect davor, ihr Eltern, Hausgenossen, Brüder, Schwestern des Neugeborenen! Nochmal: Respect vor dem Heiligthum! Aer- gert es nicht, reizet es nicht zur Sünde; richtet es nicht zur Eitelkeit ab; duldet an ihm keinen Eigensinn; führet es früh zu Christus; reißet es dem Herrn nie vom Herzen weg.
7 .
Schön und bedeutsam ist es, daß die Taufe auf den heutigen Sonntag fällt: er heißt der weiße Sonntag, der erste nach dem Ostersonntag.

