und Trier, werden. Gegen zwei weltliche Lehrer .m Gymna­sium hier ist die Untersuchung eingeleitet; der eine ist schon entlassen; der andere aber, weil er keck Tertianern gelehrt, daß Luther mit Recht das unnatürliche Gesetz deS Coli- bats abgefchafft, soll nach geschloffenen Acten der erste Lehrer an dem neu zu errichtenden evangelischen Gymna­sium werden. Ebenso soll ein Lehrer am katholischen Pro- Gymnasium zu Marburg, der vor den Schülern behauptet, nicht der Papst, sondern die Gesetze seyen das Ober­haupt der Kirche, auf Wunsch des Herrn Bischofs an ein lutherisches Gymnasium versetzt werden. Diese Versetzung soll sich aber wohl noch 10 Jahre hinziehen. Die kathol. Kirche nimmt bei uns zusehends an innerer und äuße­rer Kraft ab; es scheint', als wolle uns das-Christenthum, das wir bereits in seinen Segnungen 1000 Jahre gehabt,

. verlassen.

S. Aus Würtemberg. In der Darmstadter all­gemeinen Kirchenzeitung schreibt in Nro. 151. v. I. 1639 Jemand aus Heidelberg in Beziehung auf die Anwendung der Kirchengesetze über die gemischten Ehen in der Erzdiö- cefe Freiburg (Großherzogth. Baden):Würtemberg hält musterhaft fest auf seinen constitutiven Grundsätzen, daß beide Kirchen neben einander gedeihen sollen, aber keine die andere zu überflügeln versuche." Da hiemit Würtemberg als Muster für Baden und die andern, zur oberrheinischen Kirchenprovinz gehörigen Staaten, ausge­stellt wird, so ist eS der Mühe werth, die Wahrheit jener Behauptung zu prüfen. Versteht man den Satz so: in Würtemberg sey nicht daran zu denken, daß die katho­lische Kirche die protestantische überflügele: so ist der­selbe sehr richtig, und nur diese Bedeutung scheint den