im Regierungsblatt erschienen sind, geben e nen neuen Beleg davon. Die Verzeichnisse der Candidaten für die Universität, welche bei Gelegenheit der Admifsionsprüfun- gen bekannt gemacht werden, enthalten nur ausnahmsweise katholische Namen für das Fach der Justiz, des Camerale und der Medicin. Der Verfasser obengenannter Schrift hat, um diesem Nebel zu steuern, die Errichtung von noch einigen katholischen Gymnasien in Vorschlag gebracht. Allein, obgleich die Katholiken im Lehrfache zurückstehen, so vermögen wir doch darin keine Abhülfe für jenes Nebel zu erkennen. Die bestehenden Gymnasien haben zu selten katholische Candidaten für andere Fächer, als das theolo- logische, als daß sich hoffen lassen dürfte, die Vermehrung der Gymnasien würde die Zahl der Candidaten für das Jus u. s. w. vermehren. DaS Nebel liegt tiefer. Die protestantische Beamtenklasse ist zu sehr geschlossen und zusammengekittet, als daß nicht alle ihre mittelmäßige Köpfe Versorgung fänden, bis fleißige und talentvolle Katholiken Unterkommen können, und selbst das vor einem Jahre erst in der Allgemeinen Zeitung erhobene Geschrei über Bevorzugung einzelner Katholiken durch Se. Maj. den König selber, welche die Ungleichheit der Confesfionen in der Repräsentation durch die Aemter cinsehen und derselben zu steuern suchen, zeugt für die Meinung dieser Kaste, daß das Monopol der Anstellungen ihr von Rechtswegen, wie im alten Zustande vor der Auflösung des deutschen Reichs, zustehe. Diesem Kastenwesen ist wohl nicht anders ent- gegenzuwirken, als wenn durch Unparteilichkeit der königl. Negierung festgestellt würde, daß die Zahl der katholischen Staatsdiener dem Bevölkerungs-Verhaltniß angemessen hergestellt werden müsse. Um aber, weil hier ohnehin nicht von der Gegenwart, sondern nur von der Zukunft die

