63

len Liebe und Wertschätzung semer rmvergleichlichen Güte und Milde von ihm weggegangen wäre.

Kurz, es ist nicht möglich zu sagen, bei wie viel Gelegenheiten er diesen Dienst und diese Unterstützung des Nächsten bewiesen, dem er nie Ueberdruß oder Geringschätzung blicken ließ; bäurisches Benehmen aber schien er gar nicht zu bemerken. Oft habe ich gesehen, daß er um einigen Personen Trost und Hilfe zu gewähren, ganz unverschämte Unarten und Launen ertrug. Es war, als lebte dieser Selige nur für den Dienst und Trost des Nächsten.

Zch habe von dem Beichtvater des Seligen ver­nommen, daß, wenn er beim Ausgehen arme Leute auf seiner Gallerie oder in seinem Hof sah, er zu ih, nen hinging und ihre Papiere nahm, um sie erledi­gen zu lassen; wenn er aber in Gesellschaft vornehmer Personen war, schickte er ihnen einen seiner Leute, mit dem Befehle, sie unverzüglich abzuhören.

Wenn unser Selige das, was man wünschte, nicht gewahren konnte, weil es ungerecht war, äußerte er ein gewißes Misvergnügen darüber in so verbind­lichen Worten, daß man mit seiner Weigerung noch ganz zufrieden war.

Er sagte, man müsse stets Sorge tragen. Nie­manden zu verletzen oder zu belästigen. Er hätte gerne Jedermann gedient, und that es auch, so viel er konnte; wenigstens war er, so viel an ihm lag, be­müht, Niemanden zuwider zu seyn.

Dieser Selige unterstützte auch den Nächsten mit seinen Mitteln; obgleich dieselben nicht groß waren.