67
oder fünfzehn Thaler, die er als Betrag einer zufälligen Einnahme von einem Heimfall *) ohne Mit- tvissen desjenigen, der sein Zeitliches verwaltete, erhalten.
Dieser Selige besuchte die Spitäler, die Kranken und Gefangenen, was diesen armen Betrübten ein großer Trost war, und munterte sie auf, ihre Uebel und Beschwerden geduldig zu ertragen. Bemittelten Personen bot er freiwillig alles an, was er zu Hause haben konnte und für ihre Erleichterung und Erquickung dienlich hielt.
Den Armen schickte er ganz zubereitete Speisen, und den Arzt, wenn sie dessen bedurften, besonders Fremdlingen. Oft schickte man um die Ueberreste seines Mahles, oder sonst um etwas, was der Selige berührt hatte; vor Allen die Nonnen von St. Clara, und auch wir thaten dieß zuweilen.
Allen Häusern der Mendicanten in der Stadt, besonders den Capucinern, gab der Selige reichliche Almosen; außer diesen befahl er noch, ihnen,was sie nöthig hatten sowohl für ihre Kranken als Gäste,zu verabreichen. Oft hielt er seine Mahlzeit bei ihnen, und ließ dabei das Essen für Alle bringen.
Am Gründonnerstag wusch er,, wenn er in der Stadt war, dreizehn Armen die Füße nach dem Abendmahle, dann küßte er dieselben, obgleich sie
*) Die Bischvs.: von Genf hatten ein Recht auf den Nachlaß derjenigen, welche ohne Leibeserben und ohne Testament starben.

