oft unreinlich und eckelhafl waren. Diese Uebnng der Nächstenliebe verrichtete er mit bewundrungswür- diger Demuth und Andacht. Ich sah ihn diese Handlung verrichten, ehe ich ins Kloster ging; es war ein entzückender Anblick. Er ließ dann die Armen speisen und jedem ein gutes Almosen reichen.
Beinahe alle Kranke ließen den Seligen um seinen Segen bitten, weil sie großes Vertrauen hegten, sie würden, wenn sie ihn empfangen, erleichtert werden. Unter dem Volke war es ein gewöhnlicher Glaube, daß wenn Einer lang schmachtete, und es gelang ihm, den Segen des Seligen zu erhalten, er geheilt werde, oder bald ruhig sterben könne, und dieß gründete sich auf Erfahrung.
Dieser Selige hat vielen Neubekehncn, die sich aus Genf oder andern Orten zu ihm flüchteten, sehr viel Gutes gerhan; er hat vielen lange Zeit bei sich Unterhalt gegeben; andere ließ,er Handwerke lernen; er brachte die Tochter eines mit seiner ganzen Familie aus Genf geflüchteten Capitain Larose als Klosterfrau zn den Clarissinnen dieser Stadt Annecy, und bezahlte lange für sie. Andern gab er große Pensionen, unter Andern einem Priester, Namens Bou- card, der einige Jahre vorher abgefallen war, und als Prediger in Lausanne mehrere Jahre gelebt hatte. Als er sich bekehrte, versprach ihm unser Selige einen großen Gehalt, welchen er ihm bis an seinen Tod aus- zahlen ließ. Der Selige sagte, wenn er vermöglicher gewesen wäre, so hätte er fast die ganze Bevölkerung von Genf aus der.Ketzerei herausziehen können.

