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-aß Selbftlob und Selbsttadel einer und derselben Wurzel der Eitelkeit entwüchsen.
Die Tugendgaben, die in ihm waren, entdeckte er nur wenigen Menschen, mit denen er ganz vertraut war. Ebenso verbreitete er sich auch nicht über seine Mängel; er gestand sie sehr offen und unbefangen ein; er sagte wohl zuweilen, daß, wenn er nicht befürchten müßte, Aergerniß zu geben, er sie frei bekennen würde.
Oft sprach er wohl auch von seinen eigenen Fehlern und den Erfahrungen seines Lebens, um sich herabzusehen; er that dieß nicht nur der eigenen Ver- demüthigung halber, sondern auch um diejenigen, mit denen er sprach, aufzurichten und sie zu trösten. Auch erhob er oft die Verdienste und Tüchtigkeit irgend eines andern Prälaten, um dagegen sein eigenes Verdienst in Schatten zu stellen.
Seine Demuth ging ihm von Herzen, er war dabei voll Adel, Wahrheit und innerlich so fest begründet, daß er völlig gleichgültig war gegen Ehre oder Verachtung. Er hatte eine sehr geringe Meinung von sich, liebte die Verschmähung und Herabsetzung und hielt die Uebung darin für etwas sehr Wesentliches. Er sagte mir einmal, er habe drei volle Zahre an sich zu arbeiten gehabt, um diese Tugend, die er höchlich liebte und schätzte, sich anzueignen.
Wenn man ihn daher verachtete, ärgerte er sich nicht darüber. Er schrieb einmal, und ich habe seinen eigenhändigen Brief selbst gesehen und gelesen, „Gäbe Gott, sagte er, daß ich gegen alles andere so

