gefolgt bin, der wohl als ein würdiger Lehrer zu achten ist in der Kunst, die Höflinge zu einem frommen Leben anznleiten. Denn ich glaube, daß ihre Nächstenliebe und Bescheidenheit, wenn sie solches wahrgenvmmen hätten, ihrem Eifer, so strenge er auch seyn mag, nie gestattet haben würden, ihrem Unwillen gegen mich freien Lauf zu lassen."
Kurz vor dem Tode dieses Seligen sah ich einen einfachen Geistlichen mit einer sehr lebhaften Rodo- rnontade und ausgelassenen Vorwürfen gegen ihn auf- treten, bloß einer geringen Unbequemlichkeit wegen und aus Mangel an Selbstverlaugnung bei dem, der sich beklagte. Dieser Selige hörte alles geduldig an und sagte nichts als einige begütigende Worte darauf.
Eine glaubwürdige Person hat mich versichert, daß ein Mann aus dieser Stadt Annecy ihr gesagt, er habe thörichterweise geglaubt, der Selige habe ihm Schaden zugefügt, und deßhalb oft in Gesellschaft in freien Ausdrücken üb?r ihn gesprochen; endlich sey ihm einmal der Selige begegnet, und habe ihn mit gewohnter Güte also angeredet: „Nun! Sie wollen mir übel, ich weiß es, entschuldigen Sie Sich nur nicht; aber ich versichere Sie, wenn Sie mir ein Auge ausgestochen hätten, würde ich Sie mit dem andern noch freundlich arischen."
Ein andermal war ein Geistlicher, dem er seiner Untauglichkeit wegen eine Pfründe versagt hatte, die jener ungerechterweise ansprach, so unverschämt, ein ehrenrühriges Libell gegen den Seligen, seine Angehörigen und Beamten zu verfertigen, und es ihm.

