139

Denkschrift abzufassen, welche er dann den Bischöfen Ruß­lands vorzulegen versprach. Man lese die Details hier­über in den: Memoires pour servir ä l'histoire Eccle- siastique pendant le dix-huitieme siede, im ersten Bande unter dem 17. Zuli 1717; so wie in den andern Werken, die dort am Rande citirt sind. Nach diesen gün­stigen Vorzeichen hätte wohl Niemand vermuthet, daß der Erfolg so wenig Entsprechendes nachzuweisen hätte. Lc- vcsquc führt in seiner Hiswire de Russie vom I. 1718 folgende Begebenheit an:Als der Kaiser in seine Staa­ten zurückgekehrt war, so veranstaltete er ein lächerliches Fest, in welches er einen Papst als Hauptrolle einsührte. Er hatte nämlich an seinem Hofe einen Narren, Zotof mit Namen, welcher früher sein Schreiblehrer war. Die- ser wurde nun zum Papste gemacht. Er wurde demzufolge von berauschten Poffenreissern unter vielen Ceremonien auf den Thron gesetzt, und 4 Stammler redeten ihn an; er ernannte Kardinäle, und schritt an ihrer Spitze einher." Levesque hält sich indeß bei diesem Factum nicht länger auf, da es für das Andenken Peter des Ersten nicht eh­renvoll sey, und fügt noch bei:daß diese Feste weder ar- tig, noch witzig gewesen wären; da sie in Trunkenheit, Rohheit und Schwelgerei bestanden." Ein anderer spä­terer Schriftsteller betrachtet indeß diese Sache in einem andern Lichte, und gibt der Nachwelt hierüber allen Auf­schluß. Es ist dieses Le Giere, welcher in zwei Theilen die alte und neue Geschichte Rußlands beschrieben hat. Dieses Werk erschien in Paris und Versailles in 5 Bän­den, wovon der erste 1783 herauskam. In dem ersten Tbei- le, welcher den Titel führt: Histoire pliisiquc, morale, civilc et politique de la Russie ancienne ; im 3. Bande der 546. Seite beschreibt Le Giere dieses Factum also: