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für die unabhängige Klaffe nur noch ein verhältnismäßig kleiner Rest übrig. Doch auch mit diesem ist noch nicht zu verzweifeln, und vielleicht kommt auch das Volk noch -zu besserer Einsicht. — Wie ein Gottesurtheil haben wir im vorigen Monat die Nachricht vom Ableben des Decans und Stadtpfarrers Melchior Erhard zu Mergentheim vernommen. Die Augsburger Postzeitung vom 9. Februar d- I. hat erzählt, wie derselbe am 4. Januar bei der Eröffnung der Synagoge jener Stadt eine Einweihungsrede gehalten; allein dieß ist wohl das Geringste, was auf ihm lastete. Der Engst'sche Tendenzproceß, die Verwirrungen in der katholischen Kirche zu Mergentheim u. a. ruhen auf ihm. Er war, wie seiner Kirche entfremdet, so der Herrschaft des Staats in kirchlichen Dingen ganz ergeben, und würde schon als Seminarregens vielmehr zur Depra- vation des Elerus beigetragen haben, wenn er Geist und Eemüih gehabt hätte, um zu imponiren oder zu gewinnen. Da ihm diese Gaben abgingen, so war er ein Mann der brutalen Gewalt. Am 24. Januar starb er nach einem Schlaganfall, der ihm die Sprache und die Fähigkeit, Speisen durch den Schlund in den Magen zu bringen, raubte. Möge Gott ihm und seines Gleichen verzeihen, denn, in Wahrheit! sie wissen meist nicht, was sie thun!
3. Aus dem fchwäb. Oberland. Die Leipziger All- gem. Zeitung hat in ihren Nummern 356 und 362 vom v. I. Correspondenz-Artikel aus Stuttgart vom 17. und 23. Dec. v. J>, in welchen mit dürren Worten das katholische Oberschwaben eine zu jedem Augenblick für die Empörung gestimmte Provinz geschmäht wird. Man ersieht hieraus, wie die Protestanten überall die gleiche Praxis — nickt die

