milde — befolgen, sie mögen ihre Correspondenzen zu Stutt-' gart oder Berlin fabriciren. Haben sie auch den Glauben Luthers längst aufgegeben, so halten sie doch fest an seinem Zuspruch: calumniarc audacter! Sie wissen nämlich, daß sie bloß auf diesem Wege an den höchsten Orten Etwas gewinnen können. Auf die nämliche Weise, wie sie gegenwärtig die Schrift über die Einsegnung gemischter Ehcn> und den hochwürdigen Verfasser derselben behandeln, haben sie seiner Zeit den nun sel. Dr. Möhler zu verdächtigen gesucht. Referenten ist es aus dem eigenen Munde desselben bekannt, daß man den Verfasser der Symbolik bis in's Cabinet Se. Majestät hin revolutionärer Gesinnungen und Umtriebe zu verdächtigen gesucht hat. Um wie viel mehr muß dies Loos Herrn Dr. Mack zu Thcil werden, da derselbe nicht bloß die innern Gegensetze der verschiedenen Glaubensbekenntnisse, wie Dr. Möhler, sondern einen Gegenstand des äußern Lebens in Erörterung gezogen hat. Damit aber der vorhandene Zündstoff den Dienst nicht versage, muß ein weiteres Gedicht von einer jeden Augenblick entzündbaren Provinz in Würtemberg gemacht werden. Wollten wir auszählcn, was sich das katholische Würtemberg alles gefallen lassen und noch läßt, ohne den Gehorsam der Unterthanen im Geringsten zu verletzen, so hätten wir Vieles zu thun Wir beschränken uns hier auf eine Hinweisung auf die Frankfurter Untersuchungen und die Koseritz'sche Verschwörung, deren Mitglieder zu seyn aus- schließlich Protestanten das Vorrecht und in gewissen Kreisen die Ehre hatten, so daß man damals auf die Katholiken als „Unverständige und Unfähige" verächtlich herabsah. Sie haben sich dessen auch nie geschämt, sondern dürfen sich rühmen, unverständig und unfähig zum Bruch der Unterthanentreue zu seyn. Aber ihre Unfähig-

