nen Glauben und sein festes Vertrauen rucht verloren, wie Sie am besten aus einigen Brieffragmcnten ersehen können, die ich Ihnen um so lieber mittheile, da sie zur Berichtigung irriger Angaben dienen, und uns diesen durch und durch edlen Character in dem schönsten Lichte zeigen. ES ist allerdings richtig, daß der Oberpräsident Graf von Stolberg ihm die Erlaubniß erwirkt hat, seine Gedichte und theologischen Arbeiten der Oeffentlichkeit übergeben zu dürfen: Michelis hat aber die ganze Sache abgelehnt, nicht, wie die B. A. K. Z. Zu verstehen gibt, nm einer ihm lästigen Eensur zu entgehen, sondern aus höher» und ehren- werthern Gründen. „Ich bemerke dir, schreibt er an einen nahen Verwandten, daß ich zwar mehrere theologische Werke unter Händen habe, aber noch viele Jahre lang daran zu arbeiten und zu studieren habe, ehe an einen Druck gedacht werden kann. Was aber meine Gedichte betrifft, so weißt Du, daß sie immer nur bei Gelegenheit als ein Ausdruck dessen, was mich bewegt, hingeworfen wurden, ohne daß ich jemals großes Gewicht darauf gelegt habe. Ich habe sie bei meinen Freunden zerstreut, und ich weiß nicht einmal, ob ich sie je wieder zusammenbringen könnte. Zudem muß ich gestehen, daß es doch sehr auffallend sepn würde, wenn ich unter den obwaltenden Umständen ein Werk, und zumal Gedichte, herausgeben wollte. Ich bin ja ein Gefangener. Daher bitte ich dich, jeden Antrag, der an dich zur Unterstützung eines solchen Unternehmens gemacht werden könnte, auf das Entschiedenste abzulehnen." *) Ein anderer Um-
') Michrlis hat biS jetzt nichts der Oeffentlichkeit übergeben, als die kleine, >337 in Mainz erschiene, Schrift: DaS tragische knde der Londoner Carthause, genannt zum englischen Gruße.

