In der Sammlung, welche uns Herr Dr. Herbst durch den vorliegenden Theil bietet, ist das Gebiet der allgemeinen Sittenlehre nicht vernachlaßigt. Einige Beispiele aus dem Heidenthum werden zur Belehrung und Warnung aufgestellt, zugleich aber darauf hingewiesen, zu wie viel mehr die Christen verpflichtet seyen und welch höheres Ziel ihnen vorgestellt sey; der größte Theil der Lebensbilder, die der Verfasser giebt, ist aber dem christlichen Boden entnommen, und besonders sind es die Beispiele aus dem Leben der Heiligen unsrer Kirche, welche zeigen, wie der Saame, der auf guten Boden gesaet ist, dreißig- sechzig- und hundertfältige Frucht bringt.
Der vorliegende Band zerfällt in drei Hauptabtheilungen, von denen die erste „zur Lehre von dem Bösen und vom Uebergang zum Guten" in mehreren Unterabtheilungen vom Bösen insbesondere: dessen Veranlaßung, dessen Steigerung und Umfang (in Beispielen über die sieben Hauptsünden und in gemischten Beispielen,) Theilnehmung am fremden Bösen -und den Folgen des Bösen; dann vom Uebergange zum Guten durch Selbsterkenntu-ß, durch in- nern Kampf und endlich durch Bekehrung handelt.
Die zweite Hauptabtheilung umfaßt die theologischen, religiösen und moralischen Tugenden; in passenden Anhängen werden als Warnungsbilder die Gegensätze dargestellt, und bei der Gottesverehrung nicht bloß das Gebet im Allgemeinen, sondern auch die besonderen Andachten zur allerheiligsten Dreieinigkeit, zum allerheiligsten Sacramente des Altars, und zum leidenden Heilande berücksichtigt.
Die dritte Hauptabtheilung entwickelt die Lehre von den Letzten Dingen, ttnd gibt uns Beispiele über das Gedächtniß des Todes, über die letzten Handlungen und Worte frommer Menschen, über besondre Gaben, Zustände und Erscheinungen, und in einer, meistens aus dem Leben der Heiligen genommenen, Reihe Bilder des guten Todes.
DaS Gesagte wird zur Empfehlung dieses Werkes, welches in immerwährendem Zusammenhänge mit der christlichen Glaubenslehre steht, genügen.
F. K.

