viel Verächtliches und Schmähliches zu verbreiten, und das dauerte wohl zwei Jahre lang. Er trug das ohne die geringste Klage, und als sich einmal die Gelegenheit dazu darbot, äußerte er, daß er- diese Person zärtlich liebe und schrieb mir: „0 mein Gott! wie viel Gutes wünsche ich!ihr! Wahrhaftig, ich liebe sie unendlich." Diese Person starb, und der Selige äußerte hierüber in einem Briefe an mich großen Schmerz und sagte: „Ich wollte, sie hätte sich bei mir entschuldigt. Ich bitte Gott täglich für sie, wenn ich am heiligen Altäre bin."
Ich versichere übrigens, wie ich es glaube, daß dieser heilige Prälat seine Feinde zärtlich liebte und ihnen so viel Gutes that, als er nur konnte. Auch pflegte man zu sagen, daß wer von diesem Diener Gottes etwas Gutes erwiesen haben wolle, ihm nur Böses zufügen dürfe; denn er kannte keine andere Rache. Und d-as ist wahrhaftig wahr.
Fünf und dreißigster Artikel.
(Sein Eifer und die Menge seiner Predigten.)
Ich sage und eS ist eine Allen wohlbekannte Sache, daß unser Selige die Katechisationen in unserer Stadt eingeführt hat. Er selber hielt sie alle Wochen, aber auf eine so faßliche, salbungsreiche und andächtige Weise, daß Jeder sich hinzu drängte. Er vermischte seine Vorträge mit passenden Erzählungen und Vergleichen, daß sie Jedem einleuchte-

