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sie nicht sowohl nach seinen eigenen Vorschriften handeln ließ, sondern vielmehr wie eS die göttlichen Einflößungen ihnen eingaben. Ich habe das selber erfahren , und auch von einigen andern, vorzüglichen Menschen gehört, die er auf gleiche Weise geleitet. Wenn ich nicht sehr irre, bewies er dadurch eine große Einsicht in das Wesen der Geister.
Ganz bewundrungswürdig und unvergleichlich verstand er die Gemüther nach dem Maße ihrer Anlagen weiter zu führen, ohne sie jemals zu treiben. Er gab und prägte vielmehr den Seelen eine gewiße Freiheit ein, die von jedem Gewissenszweifel und aller Aengstlichkeit erlöste, und sie zu einer so freudigen Liebe Gottes erhob, daß alle Schwierigkeiten, die man mit einem frommen Leben verbunden glaubt, verschwanden. Aber alle seine Bücher geben ein lautes Zeugniß von dieser Wahrheit, und ich versichere, daß man eine unvergleichliche Freude hatte, seinen Rath zu befolgen, und was^mich anbelangt, so war ich oft betrübt darüber, daß er mir nicht genug befahl.
Ein Fräulein, das sich um die Aufnahme in dieses Kloster bewarb, erkundigte sich bei ihm, wann sie eintreten könne. Er antwortete: „Sie werden keine Klosterfrau, aber Ihre kleine Schwester hier wird eine werden." Das war damals ein zwölfjährig Mägdlein, das keinen Gedanken daran hatte. In der That geschah, was der Selige vorausgesehen hatte; die ältere verheirathete sich.

