67
Geiste Gottes, daß er sagte, nur der Verfasser vermöge seiner Seele Ruhe zu verschaffen. Er beschloß also, ihn aufzusuchen, wo er auch seyn möge; was er auch that, obgleich sein Land mehr als hundert Meilen entfernt war. Auf der Hieherreise traf er unfern Seligen in Lyon, wo er den seligen Herrn Cardinal Marquemont besucht hatte. Jener Geistliche sandte ihm einen Diener mit einem Billet, worin er ihn beschwor, ihm Tag und Stunde zu bestimmen, wann er ihn gelegen sprechen könne; thue er es nicht, so sey er für sein Heil verantwortlich; worauf unser Selige, ungeachtet der Gründe, die man in seiner Umgebung dagegen anführte, weil man glaubte, die Irrgläubigen möchten irgend einen Streich gegen ihn im Schilde führen, ihm dennoch eine Zusammenkunft in unserm Sprechzimmer in Lyon gewährte. Sobald dieser Mann dort »eingetreten war, schnitt er den Glockenzug ab, damit sie niemand störe oder belästige; er hielt den Seligen vier Stunden lang mit seiner Generalbeicht auf, empfing sodann seinen Segen, und kehrte voll Trostes und völlig befriedigt heim.
Ein Edelmann aus Limoufin kam zu dem Grabe des Seligen, verlangte darauf mich zu sprechen und sagte mir, er sey eigens gekommen, das Grab desjenigen zu ehren, dem er so sehr verpflichtet sey; denn da er zufällig das Buch von der Anleitung zu einem frommen Leben gelesen habe, sey ihm das christliche Leben so vollkommen erschienen, daß er alsbald den Entschluß gefaßt habe, sein Leben zu ändern, und den Beistand dessen anzurufen, der e- geschrieben.

