gepriesen sey, daß er uns zur wahren Verachtung der Dinge dieser Welt geleitet."

Es ist wahr, daß unser Selige mit dem Gelde nichts zu schaffen haben wollte, außer um es den Ar­men auszutheilen. Er verachtete es so sehr, daß er nicht einmal den Werth mancher Geldmünzen (spani­sches und französisches Geld, welches damals in Sa­voyen auch in Umlauf war) wollte kennen lernen.

Die Welt, welche wußte, daß er nur tausend Thaler Renten hatte, verwunderte sich, wie er da­mit auskommen konnte, da sein Stand ihm doch so viele Ausgaben zur Pflicht machte; denn außer un­zähligen Almosen wurden auch noch immer allerlei Personen sehr ehrenhaft bei ihm bewirthet.

Sein Hausgeräthe war höchst einfach, wiewohl anständig; seine Kleider immer ordentlich und rein­lich; die Unterkleider waren meist geflickt; das haben mich seine Bedienten versichert. Kurz, er zeigte al­lenthalben und in Allem, wie sehr er die Dinge die­ser Welt verachte.

Eines Tages, als er aus der Stadt in seine Wohnung zurückkehrte, fand er die Thüre verschlossen, und er mußte eine Weile davor stehen und warten, ehe man sie öffnen konnte. Das verursachte ihm in­nerlich eine große Freude, und er stand da so demü- thig, wie ein Armer. Es that ihm ganz wohl, daß er kein eigenes Haus hatte, und der Besitzer desjeni­gen, welches er bewohnte, ihn jede Stunde vor die Thüre setzen konnte.Viele Leute, sagte er, rathen mir, ein Haus zu kaufen. Guter Gott, wüßten sie.